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B2B
11/26/2019

Huawei-Verkäufe bleiben in Europa trotz Android-Bann stabil

Bisweilen halten sich die Auswirkungen der US-Sanktionen für den chinesischen Technologiekonzern in Grenzen.

Die Smartphone-Verkäufe von Huawei in Europa sind im vergangenen Quartal trotz der Unsicherheit rund um die US-Sanktionen stabil geblieben. Allerdings kann der chinesische Konzern nicht mehr wie vergangenen Jahren rasant zulegen. Huawei setzte im dritten Quartal nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys in Europa 11,6 Millionen Smartphones ab - ein Jahr zuvor waren es 11,7 Millionen.

Anzumerken ist, dass die US-Sanktionen auf bereits am Markt befindliche Huawei-Smartphones keine Auswirkungen haben. Die neu präsentierten Spitzenmodelle - Huawei Mate 30 Pro und Mate 30 - verfügen jedoch über keine Google-Apps und werden derzeit nur in begrenztem Umfang in Europa angeboten. Es ist daher anzunehmen, dass sich der Android-Bann erst kommendes Jahr auf die Verkaufszahlen niederschlagen wird, wenn Huawei keine neuen Geräte mehr mit Google-Apps anbieten kann.

Xiaomi-Marktanteil wächst kräftig

Mit einem Marktanteil von gut 22 Prozent blieb Huawei damit die Nummer zwei hinter Samsung. Der globale Marktführer aus Südkorea konnte seine Führung in Europa noch einmal deutlich ausbauen. Der Absatz stieg laut Canalys um gut ein Viertel auf 18,7 Millionen Smartphones. Samsung erreichte damit einen Marktanteil von 35,7 Prozent. Apple verkaufte auf Platz drei gut halb so viele iPhones.

Der chinesische Anbieter Xiaomi, der in diesem Jahr die Verfügbarkeit seiner Geräte in Europa stark ausbaute, landet jetzt auf Platz vier und kommt auf einen Marktanteil von 10,5 Prozent mit 5,5 Millionen verkauften Smartphones. Die Firma HMD Global, die Telefone unter dem Markennamen Nokia verkauft, schließt die Top 5 mit einem Marktanteil von 1,8 Prozent ab. Alle restlichen Smartphone-Anbieter zusammen füllten nur noch gut 11 Prozent des Marktes aus, nach 16 Prozent vor einem Jahr.

Insgesamt legten die Smartphone-Verkäufe in Europa im Jahresvergleich Canalys zufolge um acht Prozent auf 52,5 Millionen zu. Damit sei es der weltweit am schnellsten wachsende regionale Markt gewesen.