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B2B
07/06/2020

Huawei warnt vor 5G-Boycott: Kostet Österreich bis zu 1,1 Mrd. Euro

Laut einer vom Konzern in Auftrag gegebenen Studie wäre der Ausschluss von Huawei schlecht für die Wirtschaft.

Der internationale Gegenwind für Huawei ist - angeführt von den USA und Donald Trump - unübersehbar. Und auch in Großbritannien mehren sich die Zeichen, dass der chinesische Konzern entgegen früherer Ankündigungen vom 5G-Ausbau ausgeschlossen werden könnte. Huawei wehrt sich nun mit einer Auftragsstudie von Oxford Economics, die die Kosten für einen derartigen Boycott in diversen Ländern geschätzt hat. Dabei operieren die Autoren allerdings mit diversen Annahmen, die schwer überprüfbar sind - wie etwa die BIP-Entwicklung bis 2035.

BIP-Verlust für Europa

Als Grundannahme für die Studie gilt, dass der Wettbewerb empfindlich gestört werden würde, sollte einer der drei großen Player nicht mit von der Partie sein. Neben Huawei sind Ericsson und Nokia die beiden anderen großen Technologielieferanten für 5G-Infrastruktur. Würde ein Land oder sogar ganz Europa sich dazu entschließen, einen dieser Konzerne vom Ausbau auszuschließen und so in den freien Wettbewerb einzugreifen, würde das die jährlichen Investitionskosten erhöhten sowie den Ausbau verzögern und so das Bruttoinlandsprodukt (BIP) langfristig reduzieren, folgert die Studie.

Konkret gehen die Autoren von einer Verzögerung des flächendeckenden Ausbaus bis 2023 aus, was für Europa einen BIP-Verlust bis 2035 von insgesamt 40 Mrd. Euro bedeuten würde, schätzen die Ökonomen. Die durchschnittlichen jährlichen Investitionskosten für 5G in der kommenden Dekade würden um 3 Mrd. Euro ansteigen. Zu berücksichtigen ist laut der Studie außerdem, dass bereits die Corona-Pandemie - unabhängig vom Wettbewerb - für eine Verzögerung des Ausbaus gesorgt hat.

25.000 Arbeitsplätze

Für Österreich schätzt das Institut einen BIP-Verlust von rund 1,1 Mrd. Euro, falls der Wettbewerb beim 5G-Ausbau eingeschränkt werde. Die jährlichen Investitionskosten würden um 73 Mio. Euro ansteigen. Ein unverzerrter Markt würde dagegen mehr als 25.000 Arbeitsplätze stützen, heißt es in der Studie.

Bisher ist in Österreich die Tür für Huawei noch offen geblieben, wie das Unternehmenin einer Aussendung am Montag festhält. „Die österreichische Bundesregierung hat sich zuletzt für eine Technologieneutralität bei 5G ausgesprochen. Wir begrüßen diese Position und werden so wie bisher die fortschrittlichste Technologie für die Weiterentwicklung Österreichs bei 5G anbieten“, sagte Jackie Zhang, CEO von Huawei Technologies Austria.