B2B 12.02.2018

Kryptobörse BitGrail verliert 170 Millionen US-Dollar

© Bild: Reuters

Die italienische Kryptobörse BitGrail musste eigestehen, dass ihr Coins im Wert von 170 Millionen Dollar fehlen.

17 Millionen Kryptowährungseinheiten sind der Börse gestohlen worden, wie das Wall Street Journal berichtet. Der Gesamtwert der entwendeten Coins der Kryptowährung "Nano" beläuft sich auf rund 170 Millionen US-Dollar, wie Digital Trends schreibt. Auf seiner Webseite hat BitGrail eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt, dass betrügerische Transaktionen zum Verlust der digitalen Münzen geführt hätten. Die Behörden sind informiert und ermitteln bereits.

BitGrail hat derweil alle offenen Transaktionen gestoppt, um sie auf Rechtmäßigkeit zu prüfen. Eine vollständige Entschädigung der betroffenen Kunden wird es laut BitGrail-Gründer Francesco Firano nicht geben. Die Hintermänner von Nano haben in einem Statement geschrieben, dass es keine Schwachstelle in ihrem Protokoll gebe. Der Diebstahl sei auf Fehler in der Software von BitGrail zurückzuführen. "Firano hat das Nano-Kernteam und die Community über eine längere Periode angelogen, was die Liquidität von BitGrail angeht", heißt es in der Mitteilung.

Öffentlicher Streit

Das Nano-Team habe alle relevanten Unterlagen und Daten an die ermittelnden Behörden übergeben. Zudem wurde eine Kopie einer angeblichen Unterhaltung mit Firano veröffentlicht, in der der BitGrail-Gründer vorgeschlagen haben soll, die Verluste durch eine Manipulation des Nano-Netzwerks zu vertuschen. Firano bezeichnet die Anschuldigungen auf Twitter als "unbegründet" und wirft Nano vor, die Ermittlungen durch die Veröffentlichung der Konversation mit ihm behindert zu haben.

In einem ähnlich gelagerten Fall wurde vor einigen Wochen auch die japanische Kryptobörse Coincheck Opfer von Dieben. Durch einen Hack sind dort Kryptowährungseinheiten im Wert von bis zu 534 Millionen US-Dollar verschwunden. Coincheck hat im Gegensatz zu BitGrail aber angekündigt, dass alle Betroffenen für ihre Verluste entschädigt werden sollen.

( futurezone ) Erstellt am 12.02.2018