B2B
01.06.2018

ZTE wurde laut US-Gerichtsdokumenten für Spionage gegründet

Das chinesische Telekom-Unternehmen wird in Akten als staatsgelenktes Spionagewerkzeug bezeichnet.

ZTE soll weltweit in diverse Korruptionsfälle verwickelt sein und wertvolle Informationen aus dem Handel direkt an die chinesische Regierung weitergeleitet haben. Dies wird in Gerichtsakten in den USA über den chinesischen Konzern behauptet, wie der Sidney Morning Herald berichtet. Die bisher unter Verschluss gehalteten Akten schildern etwa zahlreiche Fälle, in denen ZTE-Mitarbeiter Politiker in Afrika "mit braunen Papiersäcken voller Geld" bestochen haben sollen.

Bestechung rund um die Welt

In einem Fall soll ZTE etwa dem Präsidenten sowie Richtern in Liberia Geld bezahlt haben, um eine Ausschreibung für ein Telekommunikationsprojekt zu gewinnen und dabei US-Konkurrenten auszustechen. Das soll im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 passiert sein. Ähnlich soll ZTE auch in Benin vorgegangen sein. Um einen Auftrag in dem westafrikanischen Land zu ergattern, sollen konkret 12,8 Millionen Dollar an Schmiergeldern geflossen sein. Weitere Korruptionsfälle wurden in anderen afrikanischen Ländern sowie im südostasiatischen Raum bekannt.

Harte Zeiten für ZTE

ZTE wird momentan in insgesamt 18 Ländern wegen Korruptionsfällen gerichtlich verfolgt. Das Unternehmen beteuert, hohe ethische Standards zu verfolgen und sein Management diesbezüglich kontinuierlich zu verbessern. Bestechung lehne man kategorisch ab.

Die Sanktionen, die die USA über ZTE verhängt haben, bringen das Unternehmen ins Straucheln. Auch Großbritannien hat Unternehmen den Handel mit ZTE untersagt. Australien überlegt, ZTE ebenfalls zu sanktionieren. Für ZTE würde dies bedeuten, nicht mehr an den Vergabeverfahren rund um mehrere Infrastrukturprojekte im Land teilnehmen zu können.