Digital Life
17.11.2013

#13Magnus: Resistance gewinnt Ingress-Event in Wien

Am Samstag trafen sich hunderte Menschen zum ersten offiziellen Ingress-Event in Wien. Die blaue Fraktion konnte den mehrstündigen Wettkampf für sich entscheiden.

Die Aufregung in der Community war schon in den vergangenen Wochen zu spüren, Taktiken wurden diskutiert, über Aufgaben gerätselt und spielrelevante Items gesammelt - denn am Samstag machte erstmals ein offizieller Ingress-Event seitens Googles Niantic Labs in Wien Station. Im Rahmen der weltweiten Operation “#13Magnus” trafen mehrere hundert Spielerinnen und Spieler der beiden Teams Enlightened (grün) und Resistance (blau) aufeinander. Nicht nur Wiener waren zu dem Wettkampf gekommen, aus ganz Österreich, aber auch aus Deutschland, der Schweiz und anderen Nachbarländern waren Teams angereist, um für ihre Fraktion zu kämpfen.

“Es ist unser bisher größter Event”, sagte Anne Beuttenmüller von Google, die die Ingress-Community im deutschsprachigen Raum betreut, noch vor Beginn des Wettkampfs zur futurezone. Wien sei überhaupt “speziell”, weil es extrem viele Portale im Spiel gebe, die sehr dicht beieinander liegen. Auch Google-Sprecher Stefan Keuchel war mit angereist, um den Event mitzubetreuen. “Wir hatten etwa 370 offiziellen Anmeldungen für den heutigen Tag”, so Keuchel, der sich von der großen Menge an Teilnehmern ebenso begeistert zeigte. Letztlich sollten im Laufe des Tages noch deutlich mehr Leute hinzukommen, zu Spitzenzeiten dürften gut 500 Teilnehmer bei dem Event beteiligt gewesen sein.

4 Cluster, 4 Stunden

Um 13 Uhr sollte am Schwarzenbergplatz schließlich der Startschuss für den Wettkampf fallen. Nach einem obligatorischen Gruppenfoto wurde jedem Spieler ein Kuvert mit kleinen Goodies und grundlegenden Anleitungen zum Tagesablauf überreicht. Danach organisierten sich die jeweiligen Teams der beiden Fraktionen und schwärmten in alle Richtungen aus, um die vorgegebenen Gebiete zu erobern.

Insgesamt gab es vier Gebiete (Cluster), die seitens Niantic vorgegeben wurden. Pro Cluster - alle befanden sich in der Wiener Innenstadt - gab es eine Stunde Zeit, um die Portale einzunehmen. Einzelne, besonders wichtige Portale, “Volatile Portals”, erfuhren die Spieler ganz knapp vor den entscheidenden Minuten, in denen gemessen wurde, welche Fraktion mehr der vorgebenen Gebiete unter Kontrolle hatte. Die Volatile Portals brachten besonders viele Punkte, weshalb sich an solchen Punkten teilweise Teams mit jeweils 15 oder mehr Leuten gegenüberstanden. Nach jeder Stunde gab es dann auch ein Zwischenergebnis pro jeweiligem Gebiet.

Blau hat die Nase vorn

Beide Fraktionen hatten sich unterschiedliche Strategien und Herangehensweisen für den Tag überlegt. Grundsätzlich zählten neben ein paar anderen Faktoren auch Felder, die über Gebiete gespannt wurden, zur Punktewertung. Dies war auch der entscheidende Vorteil, den sich Resistance schon zu Beginn während Phase 1 erarbeiten konnte. Den Blauen war es gelungen, ein großes Feld über Wien zu spannen und einige Zeit zu halten, was einen deutlichen Punktevorsprung (+ 100) brachte. Dennoch kämpfte die zahlenmäßig etwas unterlegene grüne Fraktion über Stunden hinweg tapfer und auf Augenhöhe mit. Ohne das Megafield wäre die Entscheidung um den Sieg knapp geworden, so aber setzte sich Resistance mit 694 zu 492 Punkten als eindeutiger Gewinner durch. Als Preis wurden der Fraktion zwei Motorola X Smartphones überreicht, die wiederum eine Aufgabe für den Verlauf von Operation #13Magnus beinhalten.

Enlightened stark bei Nebenaktionen

Parallel zum Hauptevent in Wien fanden auch in Zürich, Graz und Bratislava sogenannte Side Events statt, die in der Gesamwertung dazuzählen. Während sich Blau in Wien durchsetzte, gingen die drei anderen Events alle an Enlightened.

Weiters wurden im Rahmen von #13Magnus auch in den USA vier Events ausgetragen. Hauptevent war in Dallas, auch da siegte Resistance.

Positive Stimmung

Auch wenn es bei dem Augmented-Reality Game (Interview mit Erfinder John Hanke) manchmal zu sozialen Spannungen kommen kann, immerhin treffen dabei die unterschiedlichsten Menschen in realer Umgebung aufeinander, verlief der Magnus-Event in Wien besonders positiv. Die futurezone hatte Gelegenheit sich auch unter den Teilnehmern umzuhören, die Rückmeldungen waren durchwegs gut. Auf beiden Seiten zeigte man sich begeistert von der guten Stimmung, die Motivation war den Leuten anzumerken und glücklicherweise verlief der harte spielerische Kampf ohne gröbere Zwischenfälle auf persönlicher Ebene.

(Die Autorin spielt unter dem Namen mshapes für Enlightened und nahm ebenfalls an dem Event teil.)