studiVZ - Macro shot of real monitor screen
© Getty Images / Christian Rummel/istockphoto

Digital Life

5 Social Networks, die ihr schon wieder vergessen habt

Facebook ist der unangefochtene Spitzenreiter der sozialen Netzwerke. Auf dem Weg nach oben hat es namhafte Plattformen aus dem Internet verdrängt. Die futurezone hat die wichtigsten untergegangenen Social-Media-Riesen zusammengefasst.

1. StudiVZ: Es hat sich "ausgegruschelt"

Mit 16 Millionen Nutzer*innen galt die Online-Plattform StudiVZ in ihrer Blütezeit als deutschsprachiges Pendant zu Facebook. Gegründet wurde der Social-Media-Dienst 2005 als Treffpunkt für Studierende. Wenig später gesellten sich weitere Ableger, die andere Zielgruppen in Blick hatten, zu StudiVZ – darunter SchülerVZ und MeinVZ sowie weitere Netzwerke in Frankreich, Italien, Spanien und Polen. 

Der Konkurrent Facebook, seit 2004 am Markt, erwies sich aber als übermächtig. Da Konzept und Erscheinungsbild von StudiVZ stark an den Social-Media-Platzhirsch erinnerten (man denke nur an das „Gruscheln“, das Facebooks „Anstupsen“ ähnelt), klagte der Facebook-Konzern das deutsche Netzwerk. Es kam zu einer außergerichtlichen Einigung, der Niedergang von StudiVZ schien dennoch besiegelt. Die Nutzer*innen machten sich in Scharen davon.

Ab 2009 wurden die Studi-VZ-Ableger aus dem Netz genommen. Zuletzt hielt sich deren Mutter-Plattform hauptsächlich mit Browserspielen und Flirt-Gruppen über Wasser. Der Einbruch des russischen Marktes versetzte StudiVZ schließlich den Todesstoß, wie die Betreiber dem Spiegel verrieten. Zum Monatsende wird den Servern von StudiVZ nun endgültig der Stecker gezogen (die futurezone berichtete).

Am 31. März soll die Website nach über 15 Jahren offline gehen.

2. MySpace: Das erste große soziale Netzwerk

Für viele war MySpace die erste Social-Media-Erfahrung überhaupt. Gegründet wurde die Plattform 2003 von Tom Anderson, besser bekannt als „MySpace-Tom“, der erste Freund eines jeden MySpace-Neuankömmlings. Von Beginn an hatte die Plattform einen engen Bezug zur Musikindustrie. Zahlreiche Künstler*innen und Bands legten sich MySpace-Profile an, so konnten sie direkt mit Fans in Kontakt treten. Eine Besonderheit, die dem Netzwerk 2006 dazu verhalf, die 100-Millionen-Marke zu knacken. Zu Hochzeiten tummelten sich auf MySpace bis zu einer Viertelmillion Besucher*innen pro Tag.

Ein Erfolg, der allerdings nicht lange anhalten sollte. Bereits 5 Jahre nach der Gründung überholte Facebook MySpace und stieg zum unangefochtenen Platzhirsch der Social-Media-Dienste auf. Täglich sanken von da an die MySpace-Nutzerzahlen.  MySpace wurde daraufhin an den Werbekonzern Specific Media und den Popstar Justin Timberlake um 35 Millionen Dollar verkauft – ein Spottpreis im Vergleich zu den 580 Millionen Dollar, für die MySpace 2006 von Gründer Tomas Anderson an den Fox-News-Chef Rupert Murdoch abgetreten wurde. Das Netzwerk ist bis heute online, verzeichnet allerdings nur noch wenige Millionen Nutzer*innen.

MySpace existiert bis heute. Über die Jahre schrumpfte die Mitgliederanzahl der Plattform aber auf wenige Millionen zusammen.

3. Uboot.com: Versunken im Internet

Jeder, der sich in Österreich als Internetpionier*in verstand, war Mitglied bei Uboot.com. Die schwarz-grüne Oberfläche der Webseite war Kult. Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland, England und er Schweiz stieg die im Jahr 2000 in Wien gegründete Plattform zu einem der beliebtesten sozialen Netzwerke auf. Nach Angaben des Unternehmens verzeichnete Uboot.com in Hochphasen bis zu 6 Millionen Nutzer*innen.

Hauptgrund für die damalige Popularität der Plattform war vor allem die Möglichkeit, kostenlos SMS zu verschicken sowie Bilder und Videos abzulegen. Gegen Seiten wie MySpace und StudiVZ kam Uboot.com allerdings nicht an. Seine Mitgliederzahl schrumpfte zusammen, sodass es Anfang 2010 nur noch 200.000 Nutzer*innen verzeichnete. Damals planten die Betreiber*innen, die Plattform wiederzubeleben, wie die Geschäftsführerin Marlis Rumler der futurezone seinerzeit im Interview verriet. Der Plan schlug allerdings fehl. Uboot.com tauchte im Dezember 2013 endgültig unter.

Uboot.com wurde in den frühen 2000er Jahren in Wien gegründet, verlor im Laufe der Zeit aber immer mehr User*innen. Ein Relaunch der Plattform missglückte.

4. Netlog: Facebook auf jung

Während Facebook auf Studierende abzielte, war die in Belgien gegründete Plattform Netlog bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt. Sie ging im Jahr 2007 online und verzeichnete, eigenen Angaben zufolge, in Hochzeiten 100 Millionen Mitglieder, davon 3 Millionen aus dem deutschsprachigen Raum.

Auch Netlog kam nicht gegen das Monopol von Facebook an. 2014 war Schluss. Mit der Plattform verschwanden die Profile, die noch bis 2018 einsehbar gewesen sein sollen. Die Internet-Adresse existiert heute noch. Wer sie aufruft, wird nun auf Twoo umgeleitet, ein weiteres soziales Netzwerk der einstigen Netlog-Betreiber. Twoo ist ein Hybrid zwischen Chatportal und Datingwebseite.

Netlog war vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Von Facebook verdrängt, legten die Betreiber*innen die Plattform 2018 still.

5. Friendster: Von Chat- zu Gamingplattform

Das 2002 ins Leben gerufene soziale Netzwerk Friendster war vor allem in englischsprachigen und asiatischen Ländern beliebt und verzeichnete nach wenigen Monaten bereits 3 Millionen Mitglieder. Wie bei Facebook konnten Nutzer*innen mit anderen Personen chatten sowie Videos, Bilder und Links teilen.

Bis 2004 galt Friendster als der größte Social-Media-Dienst im Internet. Ein Höhenflug, der bald vorbei sein sollte. Denn 2005 wurde Friendster von dem aufstrebenden MySpace überholt und verlor bald darauf an Bedeutung. Die Plattform wurde an einen malaysischen Konzern verkauft, der sie wenig später zu einer Online-Gaming-Seite ummodelte – um Facebooks Angebot zu erweitern und keine direkte Konkurrenz zu sein, hieß es seitens der neuen Betreiber. Der Relaunch war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. 2018 wurde Friendster schließlich eingestampft.

Friendster war vor allem im englischsprachigen und asiatischen Raum beliebt. Es verzeichnete nach wenigen Monaten bereits 3 Millionen Mitglieder.

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Lisa Pinggera

LPinggera

Seit 2021 bei futurezone. Erzählt am liebsten Geschichten über Kryptowährungen, FinTechs und die Klimakrise. Schreibt aber über alles, was erzählenswert ist.

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