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Digital Life
11/23/2015

Anonymous-Kampagne gegen IS läuft aus dem Ruder

Anonymous hatte nach den Pariser Terroranschlägen angekündigt, Krieg gegen den IS zu führen. Doch bei der #OpParis ist einiges schief gegangen.

Nach den Terroranschlägen in Paris hat das Hackerkollektiv Anonymous zum Krieg gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS, ISIS oder auch Daesh) aufgerufen.

Laut eigenen Angaben hat Anonymous, unter der Bezeichnung #OpParis, etwa ein wichtiges IS-Forum eingenommen und rund 20.000 Twitter-Accounts geoutet, bei denen vermutet wird, dass sie mit Daesh in Verbindung stehen. Twitter hat angeblich daraufhin die Accounts gesperrt.

Um die IS-Twitter-Accounts zu identifizieren, wurde ein Script herumgereicht, das automatisch entsprechende Twitter-Nutzer ausfindig machen sollte. Wie allerdings ArsTechnica nun schreibt, seien die identifizierten Daesh-Accounts, die in Listen auf Pastebin kursieren, höchst ungenau. Viele dieser Nutzer hätten IS-Inhalte gutgeheißen, die meisten davon hätten aber keine weiteren Verbindungen zum IS. Viele seien lediglich irgendwelche Trolle und einige seien einfach nur Accounts auf Arabisch.

"Anonymous narrt die Öffentlichkeit"

Auch Twitter selbst bezeichnet die von Anonymous veröffentlichten Listen als unzuverlässig. Zahlreiche unschuldige Twitter-Nutzer wären auf diesen Listen zu finden und Hilfe von Anonymous beim Aufspüren von Daesh-Accounts will der US-Konzern nicht annehmen.

Darüber hinaus hat sich auch die Behauptung, dass angebliche Terrorpläne durch Anonymous geleakt wurden, im Nachhinein als falsch herausgestellt.

Ein Aktivist, der unter dem Pseudonym th3j35t3r bekannt ist und dem Anonymous-Kollektiv kritisch gegenübersteht, warnt in einem Blogpost vor einer Euphorie bezüglich einer angeblichen #OpParis. Anonymous würde die Öffentlichkeit narren und das mediale Interesse nach den Pariser Terroranschlägen für seine Belange und ein bisschen Ruhm schamlos ausnützen.