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Digital Life
11/11/2019

Apple nach Sexismus-Vorwürfen unter Druck

Bei der Apple-Kreditkarte gibt es offenbar eine Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau.

Nach einer Kundenbeschwerde über mögliche Geschlechterdiskriminierung bei der neuen Kreditkarte des Technologiekonzerns Apple hat die New Yorker Finanzaufsicht Untersuchungen aufgenommen. Es werde überprüft, ob bei der Kreditkarte "alle Kunden unabhängig vom Geschlecht gleich behandelt werden", sagte ein Sprecher der Finanzbehörde am Samstag. 

Der Unternehmer David Heinemeier Hansson, der Ruby on Rails entwickelt hat, hatte sich zuvor in einer Reihe von Twitter-Mitteilungen beschwert, die Apple Card sei ein "verdammtes sexistisches Programm". Ein Algorithmus der Karte habe ihm selbst einen 20-mal höheren Kreditrahmen eingeräumt als seiner Ehefrau, obwohl sie beide gemeinsam steuerlich veranlagt würden. 

Große Aufregung im Netz

Hansson hatte zudem über seine endlosen fruchtlosen Konversationen mit dem Apple-Kundendienst berichtet, wo ihm niemand die Ungleichbehandlung habe erklären können und der Algorithmus verantwortlich gemacht worden sei. Die Tweets erregten im Internet großes Aufsehen.

Ihm sprang sogar Apple-Mitgründer Steve "Woz" Wozniak zur Seite. Auch dem Ehepaar Wozniak sei es nicht anders ergangen, obwohl sie ein gemeinsames Konto verwenden. Wozniak Es sei schwierig, zur Korrektur an einen echten Menschen zu gelangen, ärgert sich Wozniak auf Twitter: "Das ist 'Big Tech' im Jahr 2019".

Goldman Sachs sieht keinen Fehler

Ein Sprecher des Geldhauses Goldman Sachs, das die Kreditkarte herausgibt, erklärte, Entscheidungen über den Kreditrahmen basierten "auf der Kreditwürdigkeit eines Kunden und nicht auf Faktoren wie Geschlecht, Rasse, Alter, sexueller Orientierung oder irgendeiner anderen vom Gesetz verbotenen Grundlage".

Dass ein Algorithmus nun die Schuld haben soll, ist für Hansson nur ein zusätzlicher Kritikpunkt. Niemand könne erklären, wie die Entscheidung über den Kreditrahmen genau gefällt wurde. Woher wolle man wissen, dass es mit dem Algorithmus nicht generell ein Problem gibt, fragt sich Hansson.

Außerdem, so der "Ruby on Rails"-Entwickler, bezeichnet er Apple als feig, da sie sämtliche Verantwortung auf das Bankhaus abwälzen. Auf dem Produkt stehe Apple drauf, also muss sich auch Apple dafür verantwortlich zeigen: "Das wäre so, als müsste ich direkt bei Foxconn anrufen, wenn mein iPhone kaputt wird", schreibt Hansson auf Twitter.