Digital Life
04/09/2019

Brüssel stoppt 5G-Projekt, um "Bürger vor Strahlung zu schützen"

Ein geplantes Pilotprojekt zu 5G wurde abgesagt. Es sei nicht mit den vorgeschriebenen Strahlungshöchstwerten vereinbar.

Brüssel wird kein 5G-Netz bekommen. Das Pilotprojekt sei mit den strengen Vorschriften der Stadt hinsichtlich der Strahlungsbelastung nicht vereinbar, teilte die belgische Regierung mit. "5G oder nicht - ich kann so eine Technologie nicht gutheißen, wenn die Strahlungshöchstwerte, welche die Bürger schützen müssen, nicht eingehalten werden. Die Menschen in Brüssel sind keine Meerschweinchen, deren Gesundheit ich wegen Profitdenken verkaufen kann", sagte Ministerin Céline Fremault.

Die belgische Hauptstadt hat mit 6 Volt pro Meter die vermutlich strengsten Strahlungsvorschriften der Welt, was bereits zu Problemen beim LTE-Netzausbau führte. In Deutschland etwa ist seit Jahren der Grenzwert von 61 Volt pro Meter  festgelegt. Im Zuge des 5G-Pilotprojekts hatte sich die belgische Hauptstadt nach Rücksprache mit den drei heimischen Mobilfunkanbietern bereit erklärt, die Grenzwerte auf 14,5 Volt pro Meter anzuheben. Im Endausbau waren Werte von 41,5 Volt pro Meter gefordert worden.

Bedenken bei 5G

Diesen Plänen erteilte die belgische Regierung nun aber eine Abfuhr. Damit wird Brüssel, und wohl auch das ganze Land, definitiv nicht zum Vorreiter für die nächste Mobilfunkgeneration werden. Wie bei jeder Einführung neuer Mobilfunkstandards gibt es viele Ängste und Bedenken aufgrund der Strahlenbelastung.

Die Langzeitauswirkungen auf Krankheiten wie Krebs seien nicht abschließend erforscht. Andere stören sich seit Jahren am Elektrosmog und führen die von der WHO nicht als Krankheitsbild bestätigte "Elektrohypersensibilität" als Problem an.

Der Wiener Strahlenphysiker Norbert Vana sieht keine unmittelbare Gefahr durch den 5G-Netzausbau in den Frequenzbändern bis 3,8 GHz, wie jener im Gespräch mit der futurezone mitteilte. Anders sieht es allerdings aus, wenn Frequenzen ab 10 GHz für das 5G-Netz genutzt werden. Forschern zufolge seien diesbezüglich tatsächlich noch einige Fragen zu klären.