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Netzpolitik
04/03/2019

Zehntausende protestieren gegen 5G-Ausbau in Österreich

Gegner befürchten gefährliche Strahlungsbelastung und Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Epilepsien.

Handynetze und die Angst vor Strahlung ist kein neues Thema, flammt nun mit dem 5G-Ausbau wieder voll auf. Zahlreiche YouTube-Videos, Facebook- oder WhatsApp-Gruppen widmen sich der kolportierten Gefahr durch 5G.

Eine vor einigen Monaten gestartete Petition befindet sich nun auf der Zielgeraden. Mittwochmittag hatten über 27.000 Menschen unterzeichnet, 30.000 ist das selbst gesteckte Ziel. Wie viele der Unterzeichner tatsächlich aus Österreich kommen, kann allerdings nur schwer abgeschätzt werden.

Gerichtet ist das Schreiben an Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie Vizekanzler Heinz Christian Strache. Darin ist die Rede von „dramatischen gesundheitlichen Auswirkungen dies für Mensch und Tier“. Demnach gäbe es in Österreich bereits jetzt „unzählige elektrohypersensible Mitmenschen“, die „mit schweren, gesundheitlichen Problemen kämpfen“.

Kein Nachweis

Studien, die die genannte Elektrohypersensibilität bei  elektromagnetischen Feldern nachweisen, gibt es laut einem umfassenden WHO-Bericht aus 2005 nicht. Es handelt sich dabei laut Weltgesundheitsorganisation auch um kein medizinisches Krankheitsbild.

Es gebe keine wissenschaftliche Grundlage, die beschriebenen Symptome in Verbindung mit elektromagnetischen Feldern zu bringen. Die Symptome seien jedoch real, die möglichen Gründe sind vielfältig. Die WHO spricht von möglichen psychischen Auslösern. Auch Luftverschmutzung, Lärm, flackerndes Licht oder Stress können Auslöser sein.

Strahlenphysiker Norbert Vana erklärte vor wenigen Wochen im Gespräch mit der futurezone, dass die genauen gesundheitlichen Auswirkungen von 5G noch nicht erforscht seien, weil es keine Studien dazu gibt. Die aktuell eingesetzten Frequenzen zwischen 3,4 und 3,8 GHz hält er jedoch für wenig bedenklich. Erst ab Frequenzen von 10 GHz sei eine Auswirkung auf Menschen denkbar:  "Millimeterwellen dringen nicht tief in den Körper ein. Trotzdem gibt es Organe, wie die Augen, wo es Probleme geben kann."

5G Ausbau in Österreich

Aktuell läuft der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards voll an. Österreich ist das erste europäische Land, in dem ein kommerzielles 5G-Netz verfügbar ist. Erst vergangene Woche startete T-Mobile mit 200 Auserwählten den Betrieb.