Digital Life
05.12.2016

ConnectedDrive: BMW fängt Autodieb aus der Ferne

Ein Autodieb in Seattle wurde dank ConnectedDrive aus der Ferne gefangen. Er schlief im gestohlenen Fahrzeug ein und wurde aus der Ferne in der Fahrerkabine eingesperrt.

Ein vernetztes Auto ist einem Dieb in Seattle zum Verhängnis geworden. Bereits am Sonntagmorgen soll der Mann einen nicht abgeschlossenen BMW 550i aus einer Parkgarage gestohlen haben. Die Schlüssel befanden sich offenbar noch im Fahrzeug. Der Besitzer meldete den Diebstahl recht rasch, woraufhin die Polizei Kontakt mit BMW aufnahm. Der Autokonzern konnte dank des SIM-basierten Systems ConnectedDrive den Dieb aufspüren. Dieser hatte das Fahrzeug offenbar in einer Gasse abgestellt und sich kurz darin schlafen gelegt. Ein großer Fehler, denn der Autokonzern sperrte den Fahrer aus der Ferne ein.

Die Polizei traf wenig später ein und konnte den Täter wecken und festnehmen. Er versuchte laut Polizei zwar zu fliehen, doch das gelang ihm zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Der Täter führte auch eine geringe Dosis an Methamphetamin mit, weswegen ihm neben Autodiebstahl auch Drogenbesitz zur Last gelegt wird.

Kritik an BMW

Der ADAC entdeckte bereits im Vorjahr eine schwere Sicherheitslücke in ConnectedDrive. Demnach wurden die Befehle an das Fahrzeug unverschlüsselt geschickt, weswegen Hacker nahezu beliebige Funktionen aus der Ferne ausführen konnten. Die Lücke wurde mittlerweile geschlossen, doch erst im Juli stand man erneut in der Kritik, als Hacker eine Lücke im Web-Portal entdeckten. BMW wurde für die „Vorratsdatenspeicherung“ für Autos, bei der zahlreiche Daten von BMW-Kunden aufgezeichnet werden, mit dem diesjährigen Big Brother Award ausgezeichnet.