© Square Enix / REUTERS/STEVE NESIUS

Digital Life
05/02/2020

Elon Musk hält sich jetzt für einen Videospiel-Helden

Der Tesla-Chef vergleicht sich mit einem Agenten, der gegen die Pandemie-Verschwörung kämpft. Für die User ist er der Bösewicht des Games.

Über 65.000 Menschen sind in den USA an COVID-19 gestorben. Über 1,1 Millionen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert. Täglich kommen über 20.000 Menschen hinzu. Elon Musk scheint das nicht sonderlich zu kümmern.

Denn auf Twitter wettert der Tesla-Chef gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Er sieht sich dabei sogar in der Rolle des Helden, der gegen eine Verschwörung kämpft.

Pandemie im Videospiel

Musk hat sein Nutzerbild auf Twitter deshalb in ein Bild von JC Denton, aus dem Videospiel Deus Ex, geändert. Denton ist der Hauptcharakter und Held des Spiels. Er ist ein Agent für eine Anti-Terror-Organisation, die die Ausbreitung einer tödlichen Pandemie untersucht. Er findet heraus, dass die Organisation in Wirklichkeit versucht den Impfstoff gegen das Virus zurückzuhalten, damit diesen nur die Reichen und Mächtigen bekommen.

Später kommt heraus, dass das Mastermind hinter dem teuflischen Plan der Trillionär Bob Page ist. Dieser nutzt das Virus und den knappen Impfstoff, den sein Unternehmen herstellt, um die Kontrolle über die Gesellschaft zu erhalten. Page nutzt seinen Reichtum und Einfluss, um Fehlinformationen zu verbreiten und so seinen Plan zu verbergen.

Bösewicht statt Held

Elon Musk hat in den vergangenen Wochen kein Geheimnis darum gemacht, dass er der Regierung nicht traut. Die Zahlen der an Corona-Verstorbenen bezeichnete er als Lüge. Er wirft Medien und der Regierung eine Irreführung der Öffentlichkeit vor und teilt Artikel, die Selbstisolation als schlecht beurteilen. Zudem hat er seit ein paar Tagen seinen Tweet „FREE AMERICA NOW“ angepinnt.

Für viele Internet-User macht dieses Verhalten aber Musk nicht zum Helden von Deus Ex, sondern eben zum Bösewicht Bob Page. Er sei „der reiche Idiot, der Falschinformationen verbreitet“ – wobei Idiot noch eine der höflicheren Bezeichnungen auf Twitter für Musk ist.

Auch das Motiv scheint für die Internet-User zu passen: Fehlinformationen zu verbreiten, um von der Pandemie zu profitieren – genau wie es Bob Page im Videospiel macht. Denn obwohl sich Musk gerne als Philanthrop positioniert, der Kinder aus Höhlen rettet, Wasserfilter und Beatmungsgeräte spendet, scheint die Menschenliebe zu stoppen, wenn es ums Geld geht.

Krisen-Gewinner

So hat Musk versucht seine Mitarbeiter in der Tesla-Fabrik weiterarbeiten zu lassen, obwohl dies vom Bundesstaat Kalifornien verboten wurde. Er hat diese Corona-Maßnahme für sinnlos erklärt und meinte im März, dass es bis Ende April nahezu null neue Corona-Fälle in den USA geben werde.

Laut einer Studie von inequality.org gehört Musk bereits jetzt zu den Gewinnern der Krise. Im Zeitraum 1. Jänner 2020 bis 10. April 2020 ist Musks Vermögen um über eine Milliarde US-Dollar gewachsen.

Das Endziel

Immerhin scheint das Endziel des Videospiel-Bösewichts Page sich nicht mit dem von Musk zu decken. Page will mit einer Mega-KI verschmelzen und die Gesellschaft nach seinen Vorstellungen neu formen. Musk hat im Gegenzug schon in der Vergangenheit davor gewarnt, dass KI einen „unsterblichen Diktator“ kreieren könnte.

Musk will hingegen einen Teil der Gesellschaft auf den Mars verlagern – und diese dabei „vermutlich umgestalten“, schreiben einige User in den sozialen Netzwerken: „Damit sein Ego ein Denkmal in der Größe eines Planeten bekommt.“

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