Digital Life
08.10.2013

Frankfurter Buchmesse: "Hype beim E-Book ist vorbei"

Die Nutzerzahlen liegen in Europa immer noch weit unter denen der USA. Laut Experten werden gedruckte und digitale Büchern weiterhin friedlich koexistieren.

Auf der Frankfurter Buchmesse werden auch wieder neue E-Reader zu bestaunen sein. Doch die Neugier der Besucher dürfte deutlich geringer sein als in den Vorjahren. "Der große Hype ist vorbei", stellt Ronald Schild fest, Digital-Experte des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Das E-Book habe sich in der Branche inzwischen aber etabliert. Laut einer deutschen Studie liest inzwischen jeder vierte Bücher auch digital. Allerdings liegt der Anteil am gesamten Buchmarkt mit zwei bis drei Prozent noch sehr niedrig - in den USA sind es dagegen inzwischen schon fast 20 Prozent.

Tablet vs E-Reader

Bei Ratgebern, etwa bei Kochbüchern oder Reisebüchern, tut sich das E-Book immer noch schwer. Bei anderen interaktiven Anwendungen müssen die Verlage die vielen anderen Akteure im digitalen Markt einbinden. "Da gibt es noch viel zu tun", sagt Schild. Noch unklar ist, ob mittelfristig Tabletcomputer E-Book-Lesegeräte ausstechen werden. Diese profitieren immer noch von der E-Ink-Technologie und spiegelfreien Displays, die Texte vor allem im Freien besser lesbar machen.

Einig sind sich Fachleute hingegen, dass es eine friedliche Koexistenz von digitalem und gedrucktem Buch geben wird, zumal Anbieter wie Amazon in Zukunft gedruckte Bücher in Kombination mit der elektronischen Ausgabe anbieten wollen. Im Vergleich zum Papierprodukt haben E-Books der meisten Anbieter derzeit aber immer noch einen ganz entscheidenden Nachteil: Man kann sie nicht verleihen oder verschenken, da sie mit DRM-Maßnahmen geschützt sind. Der Börsenverein wirbt bei Verlagen daher für eine Öffnung des Kopierschutzes. Gerade Amazon zeigte sich für derartige Bemühungen bisher aber kaum offen.