Digital Life
11.04.2018

Frau des getöteten Fahrers will Tesla klagen

Während Tesla dem Fahrer die Schuld für den tödlichen Unfall gibt, sehen Angehörige den defekten Autopilot als Ursache.

Während die Ermittlungen nach dem tödlichen Tesla-Unfall weiterhin andauern, hat die Ehefrau des getöteten Fahrers einmal mehr Probleme mit dem eingeschalteten Autopiloten als wahrscheinlichste Unfallursache angegeben. In einem Interview mit ABC7 berichtete sie davon, wie ihr Ehemann sich mehrfach darüber beschwerte, dass der Autopilot des Tesla Model X bei der besagten Stelle in Richtung Betonblöcke lenkte. Sie will deshalb Tesla klagen - zumal das Unternehmen ihrem Mann die alleinige Schuld zuweise.

Anhaltende Probleme des Autopiloten

Als sie die Bilder vom Unfall und das blaue Modell sah, habe sie sich an die Probleme erinnert und sofort auf ihren Mann geschlossen, sagte Sevonne Huang. "Leider will Tesla hier dem Opfer die Schuld geben. Der Autopilot hat ihn aus der Spur gebracht, in der er fuhr, hat nicht gebremst und ist auch noch in das Hindernis gefahren", kritisiert der Anwalt der Angehörigen, Mark Fong. "Wir glauben, dass das alles nicht passiert wäre, wenn der Autopilot nicht eingeschaltet war. Die Sensoren haben einfach nicht funktioniert, sie haben weder die Trennlinien richtig eingeordnet, noch das Objekt inmitten der Straße erkannt und gebremst."

Mit der angedrohten Klage wollen sich die Angehörigen auch gegen die wiederholte öffentliche Schuldzuweisung wehren, für die Tesla auch schon von der US-Verkehrsbehörde kritisiert worden war. Am Dienstag legte das Unternehmen in Reaktion auf das Interview nach: "Der Unfall passierte an einem Tag mit klaren Sichtverhältnissen. Das bedeutet, dass der Unfall nur passieren konnte, weil Herr Huang nicht aufmerksam auf der Straße war - obwohl das Auto ihn mehrfach warnte."

Tesla: "Autopilot rettet Leben"

Der auch in diesem Interview erzeugte falsche Eindruck, der Autopilot sei nicht sicher, werde anderen Leuten Schaden zufügen. Tesla verweist einmal mehr darauf, dass bereits bei der noch nicht ausgereiften ersten Version des Autopiloten im Vergleich etwa 40 Prozent der Unfälle verhindert werden konnten. Das System sei seit damals noch verbessert worden. "Der Grund, dass andere Familien nicht im Fernsehen sind, ist weil ihre Angehörigen noch am Leben sind", teilte Tesla mit.