Family Video Conference with Grand mother for Christmas

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Digital Life

Gemeinsames Weihnachten an getrennten Orten feiern

Durch die Pandemie verbringen heuer viele Familien Weihnachten nicht in trauter Gemeinsamkeit. Unter dem Ausbleiben der Verwandtschaft leiden besonders ältere Menschen, die während der Feiertage aus Sicherheitsgründen nur wenige oder gar keine anderen Personen treffen. Durch Videotelefonie können aber auch weit entfernte Menschen wenigstens mit Bild und Ton am Abend teilhaben. Die futurezone erklärt,  wie man solche Videotelefonate am einfachsten starten kann.

Die Ausstattung mit Geräten und Internetverbindungen, die Videotelefonate zulassen, sowie das Wissen um ihre Bedienung ist unterschiedlich ausgeprägt. Gehen wir daher von 3 unterschiedlichen Szenarien aus:

1.) Smartphone vorhanden

"Die meisten Senioren sind digital fitter, als man glaubt", meint Doris Vickers, die Digitalisierungsbeauftragte der Wiener Volkshochschulen. Der Umgang mit Smartphone und Tablet sei vielen geläufig. Beim Starten von Videotelefonaten seien manche aber überfordert, vor allem wenn es um Gruppenanrufe gehe. "Wir raten dann, einen Enkel zu bitten, das Videotelefonat anzulegen und einfach einen Link zuzuschicken."

Wer ein Smartphone besitzt und damit halbwegs umgehen kann, hat eigentlich nur die Qual der Wahl bei Videotelefonie-Apps, wie ein Überblick weiter unten zeigt.

2.) Kein Smartphone, aber Internetanschluss

In einigen Haushalten gibt es zwar kein Smartphone, aber einen Internet-Router oder WLAN. Hier kann man ebenfalls Tablets zum Videotelefonieren einsetzen, sie brauchen dann auch kein Mobilfunkmodul. Auch Laptops oder PCs können klarerweise zum Videotelefonieren eingesetzt werden. Eine besonders einfach zu handhabende Alternative stellen smarte Displays dar.

Ein Beispiel sind die Amazon Echo Show Geräte (ab 44 Euro bei Amazon). Ist die Verwandtschaft mit der Amazon-Alexa-App ausgestattet, lassen sich sehr mühelos Videotelefonate aufbauen, auch mit mehreren Teilnehmern. Selbstständig können Nutzer Videoanrufe mittels großer Bedienflächen oder per Sprachbefehl starten. An das Aufladen muss man bei einem smarten Display nicht denken. Es hängt an der Steckdose.

3.) Kein Smartphone, kein Internetanschluss

Viele Seniorinnen und Senioren haben kein Interesse an Smartphones oder Internet. Verspüren sie Lust am Videotelefonieren, gibt es eine gute Lösung: Tablets mit Mobilfunkverbindung. Durch eine SIM-Karte haben sie eine eigene Telefonnummer und einen mobilen Internetzugang. Obwohl es im Handel eigene "seniorengerechte" Tablets gibt, kann im Grunde jedes Tablet auch für ältere Menschen bedienungsfreundlich gemacht werden.

Produktwahl, Abschluss eines Mobilfunkvertrags (nur Datentarif notwendig) und die Anpassung der Geräteeinstellungen (große Schriftgröße, höhere Lautstärke, keine Bildschirmsperre) werden im besten Falle von Personen vorgenommen, denen das weniger Kopfzerbrechen bereitet.

Bei zuvorkommendem familiären Umfeld braucht der Nutzer nur daran zu denken, das Tablet  regelmäßig aufzuladen, und muss lernen, wie man Videoanrufe annimmt, etwa per Wischgeste oder dem Drücken einer grünen Schaltfläche.

Videotelefonie-Apps im Überblick

Whatsapp. Die wahrscheinlich einfachste Videotelefonielösung, weil ohnehin sehr verbreitet. Bei jedem Kontakt, bei jeder Gruppenunterhaltung gibt es oben ein kleines Kamera-Symbol, mit dem ein Videoanruf gestartet wird. Voraussetzung für WhatsApp ist eine eigene Handynummer und folglich  eine SIM-Karte – weshalb Tablets ohne Mobilfunkmodul es nicht nutzen können.

Facetime. Für Familien, die vollständig mit Apple-Geräten wie iPhone, iPads und Macs ausgestattet sind, bietet sich Facetime an. Bei Telefonaten zwischen iPhone-Nutzern kann etwa direkt auf Facetime umgeschaltet werden. Die Funktion ist einfach zu nutzen und bietet besonders sichere Datenübertragung durch Verschlüsselungstechnologien. Für Android oder PC gibt es Facetime nicht.

Skype. Der Klassiker unter den Videotelefonie-Apps ist vielen bereits bekannt. Auf vielen Laptops und PCs mit Windows-Betriebssystem ist das Programm bereits vorinstalliert. Skype hat einen großen Funktionsumfang, man kann damit z. B. auch Bilder und andere Dateien übermitteln. Gruppenanrufe sind mit bis zu 50 Teilnehmern möglich. Abstriche gibt es beim Datenschutz.

Zoom. Durch die Corona-Krise hat die App Zoom großen Zulauf erhalten. Viele Personen besitzen die App auch, weil sie im geschäftlichen Umfeld beliebt ist. Zoom ist einfach zu bedienen und lässt große Gruppen zu (100 Personen). Wer die kostenlose Nutzung wählt, kann nur 40 Minuten am Stück videotelefonieren. Die Beschränkung wird über Weihnachten allerdings vorübergehend aufgehoben.

Google Meet. Die Videotelefonie-App von Google muss nicht installiert werden. Auch im Internetbrowser kann man leicht Videoanrufe starten. Auf vielen Android-Smartphones können Meet-Anrufe auch über die oft vorinstallierte Google-Hangouts-App initiiert werden. Auf das kleine Kamera-Symbol in der oberen Leiste zu tippen, reicht. Der Funktionsumfang ist eher minimalistisch.

Jitsi. Ebenfalls ganz leicht ohne App und sogar ohne Anmeldung nutzbar ist Jitsi. Technikaffine können den eigenen Computer ganz leicht zum eigenen Server für die Open-Source-Software machen, die – kombiniert mit starker Verschlüsselung – besonders sicher ist. Der Dienst Jitsi Meet ist eine Version für den Internetbrowser, der auch als Smartphone-App erhältlich ist.

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David Kotrba

Meine Kernthemen hängen durchwegs mit bewegter Technik zusammen: Verkehrstechnik, Luftfahrt, Robotik und Raumfahrt. Zur Abwechslung dringe ich aber auch gerne in völlig unterschiedliche Bereiche vor, etwa innovative Produkte, Smart-City-Lösungen oder skurrile Online-Hypes.

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