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Satirefalle
05/17/2017

Guardian zitierte Tagespresse zu ÖVP-Chef Kurz

Die britische Tageszeitung „The Guardian“ hat in einem Bericht über den neuen ÖVP-Chef Sebastian Kurz auch Informationen der heimischen Satireseite einfließen lassen.

Die innenpolitischen Wirren in Österreich sorgen auch in anderen Ländern für Rauschen im Blätterwald. Der britische „Guardian“ zog bei seinen Recherchen auch Inhalte aus der österreichischen Satire-Seite Die Tagespresse zu Rate. Mittlerweile wurde die für ausländische Beobachter vermutlich nicht eindeutig als Satire zu erkennende Information aber wieder aus dem „Guardian“-Artikel entfernt. Über den Google Cache ist das Original aber weiterhin abrufbar.

Geil-o-mobil

Die fraglichen Inhalte hatten Kurz Vorleben als Obmann der Jungen ÖVP Wien zum Thema. Im Jahr 2011 posierte der mittlerweile zum ÖVP-Chef und Außenminister gereifte Politiker vor dem Nachtclub Moulin Rouge auf einem protzigen Hummer – dem „Geil-o-mobil“. Laut einem Tagespresse-Artikel aus dem Jahr 2014 verlangte Kurz von Google das Entfernen der „Geil-o-mobil“-Bilder aus seinen Suchergebnissen. „Bitte bitte liebe Google-Leute, mir ist das sowas von peinlich LOL xD“, wird Kurz in der Tagespresse dazu zitiert: „Wäre echt geil, wenn ihr die Links weggeben könntet.“

"xxx hugs & kisses"

Der „Guardian“ nahm die satirischen Inhalte für bare Münze – und zitierte auch Kurz vermeintliche Grußworte an Google: „xxx hugs & kisses Outside minister Sebi“. Auf satirische Inhalte fallen aber nicht nur Medien herein. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strachetappte bereits mehrmals in die Satirefalle.