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Digital Life
06/16/2020

Instagram reiht Fotos mit nackter Haut höher

Laut einer Studie bevorzugen Instagram-Algorithmen nackte Haut. Laut Facebook sei dies nicht der Fall.

Während Facebooks Algorithmen gegen Nacktheit unlängst sogar ein historisches Bild geblockt hat, scheinen jene von Instagram Fotos, auf denen nackte Haut zu sehen ist, zu bevorzugen. Das zumindest geht aus einer neuen Studie des European Data Journalism Network und der Organisation Algorythmwatch hervor.

Grundsätzlich ordnet Instagram seit 2016 Bilder eines Nutzers so an, dass jene ganz oben im Newsfeed erscheinen, worauf er den größten Wert legt. Um zu verstehen, was der Algorithmus tatsächlich bevorzugt, wurden 2.400 Fotos auf der Plattform untersucht.

Relevantes zuerst

26 Testpersonen wurden gebeten, ein Browser-Pugin zu installieren, der Instagram mehrmals am Tag öffnet und vermerkt, welche Postings oben im Newsfeed erscheinen. So wird erkennbar, was die Plattform für jeden Probanden als am meisten relevant kategorisiert. Die Probanden wurden auch gebeten, 37 professionellen Instagram-Nutzern aus 12 Ländern zu folgen. Die nutzen das Portal, um Marken zu bewerben oder neue Business-Kunden zu akquirieren – hauptsächlich in den Bereichen Essen, Reisen, Fitness, Mode und Beauty.

Auf nur 21 Prozent der 2.400 analysierten Fotos waren auf Frauen in Bikinis oder Männer mit nacktem Oberkörper zu sehen. Im Newsfeed der Probanden machten diese Fotos dennoch 30 Prozent aller Postings  aus. Laut den Autoren war die Wahrscheinlichkeit, dass Bikinibilder im Feed der Probanden auftauchten, um mehr als die Hälfte höher als davor. Bei Fotos von halbnackten Männern um nicht ganz 30 Prozent. Bilder von Essen oder Landschaften tauchten hingegen um 60 Prozent seltener auf.

Facebook wehrt sich

Die Ergebnisse treffen den Studienautoren zufolge aber nicht auf alle Instagram-Nutzer zu. Grundsätzlich sei es aber ohnehin schwierig, den Algorithmus zu verstehen, wenn kein direkter Einblick in dessen Funktionsweise möglich ist. 

Instagrams Mutterkonzern Facebook jedenfalls weist die Erkenntnisse ab: „Diese Forschungsergebnisse sind in vielerlei Hinsicht fehlerhaft und zeigen ein Missverständnis der Funktionsweise von Instagram. Wir ordnen die Beiträge in Ihrem Feed nach  Inhalt und Konten, an denen Sie Interesse gezeigt haben, und nicht nach willkürlichen Faktoren wie dem Vorhandensein von Badebekleidung“.