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IT-Pannenserie bei Massentest-Start in Österreich

Der erste Tag der Massentest in Österreich startete mit starkem Andrang. Allerdings sorgte eine weitere  IT-Pannenserie für Probleme. Das elektronische Erfassungssystem machte an einigen Orten bereits nach kurzer Zeit schlapp. In der Stadthalle, einem von drei Teststandorten in Wien, werden die Daten nun analog gesammelt. 

Personen, die mit ihrem Anmelde-Code zum Test kamen, wurden vorübergehend mit Papierformularen registriert. Die Daten werden später ins System nachgetragen und das Papier vernichtet, teilte das Bundesheer der APA mit. An der Abwicklung oder Dauer der Untersuchungen ändere sich nichts. Die Teilnehmer würden ihre Ergebnisse trotzdem sofort erhalten.

Software in Tirol nicht verfügbar

Auch in Tirol gab es IT-Probleme. Der ursprüngliche Plan, die Testaktion mit der vom Bund zur Verfügung gestellten zentralen Software durchzuführen, musste vorerst verworfen werden, hieß es. Die Software des Bundes sei vorerst nicht verfügbar.

Man gehe nun auf Nummer sicher und führe die Testung gemeinsam mit den Gemeinden mit dem eigenen, bewährten System über "1450" durch. Die meisten Gemeinden hätten in der Früh auf das analoge IT-System umgestellt.

Eine Änderung für positiv Getestete habe dies nicht zur Folge: Diese würden nach wie vor automatisiert zeitnah nach der Testung informiert und aufgefordert, eine PCR-Testung durchzuführen. Negativ getesteten Personen haben vorerst nur verspätet oder keine Benachrichtigung über ihr Testergebnis erhalten. 

Bereits das Anmeldesystem für die Massentests hatte mit Problemen zu kämpfen. Sie war zeitweise offline, das Impressum fehlte und ein Datenleck sorgte dafür, dass 800 Personen Daten und Telefonnummern von Fremden angezeigt wurden.  

Eigene Anmeldesysteme in Linz und Niederösterreich

In Niederösterreich gab es bei der Plattform des Bundes "massive Anmelde-Probleme", sagte Stefan Spielbichler von Notruf NÖ am Freitag auf APA-Anfrage. Das Land setze deshalb auf ein eigenes System. "Es ist seit Donnerstagfrüh online", so der Sprecher. Auf der Plattform habe es seither schon mehr als 50.000 Anmeldungen gegeben.

Auch die Stadt Linz setzt nun auf ein eigenes Anmeldesystem. Ab 8. Dezember kann man sich nun über die Webseite der Stadt Linz anmelden. Das kündigte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) an. "Statt der angekündigten EDV-Lösung liefert das vom Bund beauftragte Unternehmen neue Probleme", begründete Luger den Alleingang mit einem IT-Programm. 

Das Land Oberösterreich will nach dem Wochenende entscheiden, ob es seinen "Plan B" aktiviert. LH Thomas Stelzer (ÖVP) sprach angesichts der Pannen von "keiner überraschenden Entwicklung": "Wie so oft wird vom Bund viel angekündigt, nichts funktioniert."

Fehlerhafte Terminvergabe

Anlass für Linz "die Reißleine zu ziehen", sei das "nächste Daten-Chaos im Gesundheitsministerium", sagte Luger. So hätten etwa Pädagogen bereits am Freitag mit reservierten Slots vor der Teststation im Linzer Design Center gestanden, obwohl deren Testung erst am Samstag beginnt. 

Ein ähnliches Problem trat in Salzburg auf. Hier hatten Lehrer, deren Tests eigentlich erst am Samstag beginnen, ebenfalls Termine für Freitag bekommen. Die Betroffenen sind erschienen und wurden auch getestet, weil das Bundesheer bereits startklar war, bestätigte das Militärkommando auf Anfrage Informationen der APA. Bis 10,00 Uhr wurden bereits 50 Pädagogen getestet.

Keine Probleme in Vorarlberg

In Vorarlberg funktioniert die Erfassungssoftware für die Massentests dagegen ohne Probleme. Hier kann der Stadt der Testergebnisse über ein Dashboard live mitverfolgt werden. 

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