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Frau mit Gesichtsmaske (Symbolbild)

© EPA / Peter Foley

Digital Life
02/13/2020

Kein WLAN - Frau entflieht Coronavirus-Quarantäne

Eine Physikerin hielt die Unterbringung in einem St. Petersburger Spital für unzumutbar, knackte ein Schloss und floh.

Eine Frau in St. Petersburg wollte nicht länger wegen einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 in Quarantäne bleiben und ist aus einem Krankenhaus geflohen. Nun wird nach der 32-jährigen Alla Ilyina gesucht. Die Chefärztin der Klinik wolle mithilfe eines Gerichts eine Zwangsunterbringung erwirken, teilte die Justiz am Donnerstag in der nordrussischen Metropole mit.

Diskussion in sozialen Medien

Das Gericht wies die Klage Medienberichten zufolge allerdings wegen fehlender Zuständigkeit zurück. Ilyina hatte am vergangenen Freitag das elektronische Schloss einer Tür geknackt und sich aus der Klinik geschlichen. In sozialen Medien ist das im Land mittlerweile ein heiß diskutiertes Thema. Dort veröffentlichte die Frau auch ihren Fluchtplan.

Tests im Krankenhaus hatten keinen Hinweis auf eine Infektion ergeben, dennoch wurde die Frau im Spital festgehalten. "Alle drei Tests haben gezeigt, dass ich komplett gesund bin, also warum zur Hölle dann die Quarantäne?", wird die diplomierte Physikerin Ilyina von der BBC zitiert. Einer russischen Zeitung erzählte sie, dass es im Spital keine Bücher, kein Shampoo, kein WLAN gegeben hätte. Außerdem sei der Mistkübel im Zimmer übergequollen und nie entleert worden, schreibt die New York Post.

Quarantäne aus Vorsorge

Nach Ansicht der Behörden hat die 32-Jährige mit der Flucht aus dem Krankenhaus eine Ordnungswidrigkeit begangen, weil sie die Gesundheit anderer gefährde. Experten sagen aber, Patienten in Russland könnten nur mit eigener Zustimmung in Quarantäne bleiben.

Nach Angaben der Ärzte waren die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Die Frau sollte vorsorglich zwei Wochen in der Klinik bleiben, um sicher sein zu können, dass sie nicht mit dem Covid-19-Virus infiziert ist. Sie sagte lokalen Medien, die Fenster in ihrem Zimmer hätten sich nicht öffnen lassen, Mahlzeiten seien durch eine Luke geschoben worden.

Nervöse Behörden

Die 32-Jährige war vor gut zwei Wochen von einer China-Reise zurückkehrt und hatte danach nach eigenen Angaben über Halsschmerzen geklagt. Die russischen Behörden sind wegen der Ausbreitung der neuen Krankheit im Nachbarland China nervös. In Russland gab es bisher zwei bestätigte Fälle.

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