Digital Life
07.02.2019

Kinderpornografie in Blockchain von Kryptowährung aufgetaucht

Unbekannte haben Kinderporno-Bilder in die Blockchain der Kryptowährung "Bitcoin Satoshi Vision" geladen.

Die meisten Kryptowährungen nutzen eine Blockchain, um ein dezentrales Register aller Transaktionen zu führen. Die Aufzeichnungen liegen dabei nicht auf einem Server, sondern werden dezentral auf den Rechnern der teilnehmenden Nutzer abgelegt. Das soll das System resistent gegen Fälschungsversuche machen. Prinzipiell können in einer Blockchain beliebige Daten gespeichert werden. In der Blockchain der Kryptowährung "Bitcoin Satoshi Vision" (BSV) wurden jetzt Bilder mit kinderpornografischen Inhalten gefunden, wie die BBC schreibt.

Im Jänner haben die Betreiber von BSV Änderungen vorgenommen, die das Datenvolumen, das in die Blockchain gespeichert werden kann, erhöht haben. Das haben Unbekannte genutzt, um die illegalen Bilddateien abzulegen. Davor waren Einträge auf kurze Texte oder Links beschränkt. Der Bezahldienstleister "Money Button" hat herausgefunden, das sein Dienst Anfang Februar genutzt wurde, um die illegalen Bilder in der BSV-Blockchain abzulegen. Die Verbreitung von Kinderpornografie ist strafbar.

Kein Einzelfall

Der Betreiber von BSV, das Cryptounternehmen nChain, sagt, dass es keine Toleranz bei illegaler Nutzung des Systems gebe. "Wir sind bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um diesen und andere Fälle kriminellen Missbrauchs zu beenden", sagt nChain-Gründer Jimmy Nguyen der BBC. Der Gründer von Money Button, Ryan Charles, erklärt, dass auch andere Kryptowährungen zuletzt das Datenlimit für Blockchaineinträge erhöht hätten: "Jetzt testen Kriminelle die Grenzen aus."

Die illegalen Bilder in der BSV-Blockchain wurden auf Bitcoinfiles.org entdeckt, einer Seite, die Nachrichten und andere Inhalte, die in eine Blockchain geladen werden, anzeigt. Daraufhin begann die britische Polizei zu ermitteln. Bitcoinfiles hat seinen Blockchain-Browser kurz danach abgedreht. Money Button hat als Reaktion den Nutzer, der die Bilder hochgeladen hat, gesperrt und ein System eingerichtet, das verbotene Inhalte filtern soll. "Kriminelle sollten wissen, dass alles in der Blockchain signiert, mit Zeitstempel versehen und fixiert wird. Wir haben alle nötigen Informationen, um Kriminelle aufzuspüren und vor Gericht zu bringen", sagt Charles. Money Button hat der Polizei alle verfügbaren Daten im BSV-Fall zur Verfügung gestellt.

Eric Erstu, der Betreiber von Cryptograffiti, einer Seite, die Nachrichten in der Bitcoin-Blockchain anzeigt, sagt, dass illegale Inhalte in einer Blockchain schwer zu finden sind. "Nichts spricht dagegen, dass das auch in anderen Blockchains passiert. Es ist aufwändig, illegale Inhalte in einer Blockchain zu finden." Das Problem mit illegalen Inhalten in Blockchains ist ein wachsendes. Der Forscher Roman Matzutt von der Universität Aachen in Deutschland hat dazu eine Studie verfasst. Er sagt, dass es derzeit noch keine ausgereifte Lösung für die Löschung solcher Inhalte gebe.