Digital Life
16.05.2018

Netz streitet, ob man in Audio-Clip "Laurel" oder "Yanny" hört

© Bild: Fotolia/victoria p.

Eine seit kurzem im Internet kursierende Audiodatei lässt User an ihrem Hörvermögen und dem anderer Menschen zweifeln.

Mehr als drei Jahre, nachdem die Farbe eines Kleides die weltweite Internet-Gemeinde entzweite, sorgt aktuell ein kurzer Audioclip für ähnlich emotionale Reaktionen. Denn während etwa die Hälfte der Leute darauf schwört, "Yanny" zu hören, sorgt dies bei der anderen Hälfte nur für Unverständnis. Sie hören wiederum ausschließlich "Laurel". Einige wenige Personen berichten auch davon, dass sie - ähnlich wie es bei optischen Täuschungen der Fall ist - abwechselnd beide Varianten hören können.

Ursprung unbekannt

Wer oder was hinter diesem Clip steckt, ist ebenso mysteriös wie der Inhalt. Als erstes wurde der Clip wohl auf Reddit gepostet, wo sich eine Riesendiskussion entfaltete. Wesentlich zur Verbreitung trug schließlich die Influencerin Cloe Feldman bei, die das Audiofile über Instagram und Twitter teilte. Allein auf Twitter auf ihrem Account wurde die Hörprobe bis Mittwochnachmittag fast neun Millionen Mal angehört.

Diverse Umfragen sehen Yanny, andere Laurel vorne. Wir wollen daher von unseren Lesern wissen, was auf der Audiodatei zu hören ist.


So unbegreiflich die unterschiedlichen Ergebnisse sind, so schwierig ist es auch eine wissenschaftlich gültige Erklärung zu finden, zumal der Ausgangspunkt des Experiments weiterhin im Dunkeln liegt. Linguisten, die sich dem Experiment angenommen haben, gehen davon aus, dass die zu hörenden Konsonanten und Vokale nicht eindeutig gebildet wurden. Der dadurch entstehende Spielraum zwinge das Gehirn schließlich, sich für eine Variante zu entscheiden, die dann von der Person gehört wird.

Verschiedene Faktoren

Abgesehen von diversen Umständen, wie der Erwartungshaltung oder dem englischen Dialekt, der einem näher ist, spielen offenbar auch Frequenzen eine wichtige bzw. entscheidende Rolle. Wenn etwa die Tonhöhe künstlich nach unten verändert wird, hören plötzlich mehr Menschen "Yanny". Wird das Tonbeispiel höher abgespielt, hören mehrere Leute plötzlich "Laurel".

Wer also bei der Originaldatei das eine oder andere hört, könnte also ebenfalls auf die Frequenzwahrnehmung zurückzuführen sein. Bei älteren Personen geht im Laufe der Zeit das Hörvermögen der obersten Frequenzen verloren. Jüngere Leute sollten sich dieser Theorie zufolge leichter tun, Yanny statt Laurel zu hören. Welche Frequenzen wie stark wahrgenommen werden, hat aber auch mit der individuellen Beschaffenheit des Ohres zu tun.

Beide Begriffe hörbar

Diese dürfte die akustische Wahrnehmung des Clips ebenso beeinflussen wie das verwendete Audiogerät, über das das Hörbeispiel abgespielt wird. Betont die Soundkarte des Computers oder aber auch der Kopfhörer oder der Lautsprecher die eine oder andere Frequenz, ist es um ein Vielfaches wahrscheinlicher, dass einer der beiden Begriffe häufiger gehört wird. In einem Versuch zeigt Twitter-User Alex Saad, wie sich das Audio durch die Frequenzveränderung anders anhört. Man darf gespannt sein, ob der Ursprung dieses Experiments in den kommenden Tagen bekannt wird.