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Neue AMS-Suchmaschine zeigt alle freien Jobs in Österreich

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat mit dem neuen Dienst „Alle Jobs“ eine Jobsuche gestartet, bei der sämtliche ausgeschriebenen Stellen in Österreich auf einer einzigen Suchmaschine angezeigt werden. Dazu zählen dem AMS gemeldete freie Stellen, direkte Ausschreibungen heimischer Unternehmen und Institutionen, Grenzraumstellen der Bundesagentur für Arbeit sowie Angebote aus unterschiedlichen Karriereplattformen. 

„Das AMS betrieb schon bisher mit über 100.000 Stellen Österreichs größte Jobbörse. Durch ,Alle Jobs' und die Integration der Stellen aus dem Internet kann das AMS jetzt fast 300.000 Stellenangebote in Österreich anbieten“, sagt Johannes Kopf, Managing Director des Arbeitsmarktservice Österreich, gegenüber der futurezone. Die Suche ersetzt damit das Abfragen auf mehreren Webseiten. 

Reihung nach Relevanz

Nutzer können nach Beruf, Unternehmen und sogar Kompetenzen suchen, um eine passende Stelle zu finden. „Viele Menschen wissen nicht, wie man den Beruf nennt, der zu ihren Fähigkeiten passt. Durch die Suche nach Skills zum Beispiel Projektmanagement und SAP finden sie Stellen, die sie sonst nicht gefunden hätten“, sagt er.

Die Ergebnisse werden nach Relevanz oder Aktualität gereiht. Auch ähnliche Stellen werden dem Nutzer angezeigt. Wenn jemand etwa einen Tischlerjob sucht, werden zum Beispiel auch freie Stellen im Bereich Service- und Montagetechnik aufgelistet. Der Standort des Arbeitsplatzes kann zusätzlich nach Ort, Postleitzahl oder Umkreis eingegrenzt werden.

Die Qualität der Suchergebnisse unterscheide sich laut Kopf von vielen ähnlichen Diensten. „Es gibt schon jetzt viele Online-Jobsuchmaschinen – sogenannte Jobcrawler – die im Internet nach offenen Stellen suchen. Da wird aber oft Mist angezeigt, denn wenn der Bot beispielsweise einen Medienbericht zum Berufsmarkt oder zu einem bestimmten Beruf findet, glaubt er, es sei ein Job“, so Kopf. Die AMS-Suchmaschine nutze hingegen eine eigene Maske für jede Website, sodass dies nicht passieren könne. 

Jobs für Führungskräfte

Mit dem neuen Dienst werden auch Führungskräftestellen oder jene, die im Amtsblatt ausgeschrieben sind, angezeigt. Jetzt findet man 100 Treffer sogar unter dem Suchwort ,Vorstand'. Das gab es bisher beim AMS nicht", so Kopf. 

Generell liege der Anteil der dem AMS gemeldeten offenen Stellen an allen offenen Stellen am Arbeitsmarkt  der sogenannte Einschaltgrad  bei 40 Prozent. Das heißt, 40 Prozent aller offenen Stellen sind über das AMS zu haben. Die sind aber ungleich verteilt", sagt er. Bei den Lehrstellen sind es 80 Prozent, bei jenen für Akademiker nur 5 Prozent. Im Tourismus liegt der Einschaltgrad aktuell bei etwa 50 Prozent, in der IT bei 20.

App-Suche

Der Dienst ist auch via der "AMS Job"-App nutzbar, die für Android, iOS und dem Huawei-Betriebssystem Harmony OS verfügbar ist. 250.000 Österreicher nutzen unsere App heute schon. Bisher waren darin aber nur AMS-Stellen zu sehen. Nun findet man auch alle Jobs aus dem Internet“, sagt der Experte.

Gegenüber der Desktop-Variante bietet die App unter anderem den Vorteil, dass Nutzer ihre Suche abspeichern können und sie bei passender Stelle eine Push-Benachrichtigung bekommen. „Dahinter steckt der Wunsch, schneller zu sein. Denn wenn es gelingt, die Arbeitslosigkeit um einen Tag zu senken, sparen wir schon 30 Millionen Euro im Durchschnitt“, so Kopf. 

Arbeitslosigkeit sinkt 

Generell ist die Arbeitslosigkeit in Österreich wieder rückläufig – im Vorjahresvergleich gibt es einen Rückgang von 130.000 Arbeitslosen. "Das liegt natürlich nicht daran, dass die Krise schon überwunden ist, sondern weil es im ersten Lockdown im Vorjahr so schlecht war. Damals gab es noch kein Take-Away, keine Zulieferung und fast der gesamte Handel und der Kinderbereuungsbereich hatte geschlossen."

Nun bräuchten etwa auch Impfstraßen und Testzentren Beschäftigte. Der Bau und die Industrie konnten sich zudem deutlich erholen. Im Vergleich zur Lage vor der Krise sei es jetzt zwar immer noch schlecht, aber im Vorjahresvergleich doch deutlich besser. "Wir haben offenbar gelernt, mit dem Wahnsinn und der Krise zu leben. Eine Situation wie vor Corona erwarte ich aber erst, wenn wir großflächig geimpft sind. Hoffentlich passiert das bis Herbst", sagt Kopf. 

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Andreea Iosa

Andreea Iosa beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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