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Digital Life
12/04/2019

Pädophilie-Vorwurf: Elon Musk sagt vor Gericht aus

Der Prozess gegen den Tesla-Chef hat begonnen. Elon Musk trat in den Zeugenstand und versuchte sich zu rechtfertigen.

In Los Angeles hat am Dienstag der Prozess gegen Tesla-Chef Elon Musk wegen der Beleidigung des britischen Höhlenforschers Vernon Unsworth als "Pädo-Typ" begonnen. Musk sagte vor Gericht, die Bezeichnung "Pädo-Typ" war nicht wörtlich gemeint und war die Antwort auf eine "grundlose Beleidigung" von Seitens des Höhlentauchers.

Unsworth habe ihn grundlos beschimpft, also habe Musk ihn auch beschimpft, versucht sich der Tesla-Chef vor Gericht zu rechtfertigen. Außerdem entschuldigte sich Musk beim Kläger vom Zeugenstand aus.

Unsworth, der durch seine Beteiligung an der Rettungsaktion einer thailändischen Jungen-Fußballmannschaft weltweit Aufmerksamkeit erregt hatte, wirft dem Milliardär Verleumdung vor. Er hatte ein von Musk angebotenes Mini-U-Boot zur Rettung der Fußballmannschaft abgelehnt und als "PR-Trick" bezeichnet. "Er (Musk) kann sich sein U-Boot dahin schieben, wo es weh tut", so der Höhlentaucher in Richtung Musk.

"Ich nehme an, er (Unsworth) meinte seine Aussage mit dem U-Boot auch nicht buchstäblich. Genauso hab ich auch nicht wörtlich gemeint, dass er ein Pädophiler ist", erklärte sich der Tesla-CEO. "Ich habe mich in einem Tweet entschuldigt und ich sage es erneut - ich entschuldige mich bei Mr. Unsworth", so Musk vor Gericht. 

Privatdetektiv sollte schmutzige Details ausgraben

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Musk einen Privatdetektiv angeheuert hatte, um schmutzige Details über Unsworth herauszufinden. Vor Gericht bestätigte dies Musk und fügte hinzu, dass er dabei einen Betrüger aufgesessen sei. Der Trickbetrüger, der sich als Privatdetektiv ausgab, habe Musk um 52.000 Dollar betrogen, so der Tesla-Chef unter Eid vor Gericht.

Musks Anwalt Alex Spiro sagte zu Prozessbeginn, sein Klient habe niemandem Schaden zufügen wollen. Er habe seine Worte in einem Anflug von Ärger geäußert und habe Unsworth keine Straftat unterstellen wollen. "Es sind scherzhafte, spöttische Tweets in einer Auseinandersetzung zweier Männer", sagte Spiro vor Gericht. Der Anwalt betonte, in Südafrika, wo Musk aufgewachsen ist, sei "Pädo-Typ" eine gängige Beleidigung. Dort stehe sie für "gruseliger, alter Mann".

Unsworths Anwalt Lin Wood bezeichnete Musks Äußerungen als "widerlich". Sie seien der Versuch, den Ruf seines Klienten zu beschmutzen. 

Am Mittwoch soll der Prozess fortgesetzt werden.