Digital Life
11.07.2018

PayPal: Tod verstößt gegen die Nutzungsbedingungen

Der Zahlungsdienstleister benachrichtigte einen Witwer, dass der Tod seiner Frau gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe.

Der Zahlungsdienstleister PayPal hat einem britischen Witwer eine Nachricht zukommen lassen, in der das Unternehmen seiner kürzlich an Brustkrebs verstorbenen Frau vorwirft, mit ihrem Tod gegen die Nutzungsbedingungen zu verstoßen. „Sie verstoßen gegen Abschnitt 15.4(c) ihrer Vereinbarung mit PayPal Credit, da wir kürzlich erfahren haben, dass Sie verstorben sind“, heißt es im Schreiben.

Da sie dem Unternehmen noch 3240,72 britische Pfund (3600 Euro) schulde, droht PayPal mit der Schließung ihres Kontos, der Einschränkung ihres Kreditrahmens sowie die Schulden bei Angehörigen einzutreiben. Ihr Mann klagte auf Twitter und Facebook über das Vorgehen des Unternehmens und bezeichnete es als „völlig inakzeptabel“. Dabei will er vor allem auf die Risiken von automatisch verschickten Schreiben hinweisen. „Was für eine Mitgefühl-befreite Maschine hat das geschickt?“, fragt er unter anderem im Facebook-Posting. PayPal sei drei Wochen nach dem Tod seiner Frau darüber in Kenntnis gesetzt worden und habe alle geforderten Unterlagen, wie eine Sterbeurkunde, erhalten.

Kritik an unsensiblem Vorgehen

„Ich bin derzeit in einem vernünftigen Zustand, mein Kopf ist relativ ausgeglichen, weswegen ich in der Lage bin, mit Papierkram wie diesem umzugehen“, erklärt der Mann gegenüber der BBC. „Aber ich bin auch Mitglied der wohltätigen Organisation „Junge Witwer“ und ich habe selbst gesehen, wie ein Brief wie dieser das ändern und jemanden aus der Bahn werfen kann.“ Das Unternehmen entschuldigte sich gegenüber der BBC und versprach, dass man „diesen Fall dringend untersuche“ und in direktem Kontakt mit den Betroffenen stehe. Man habe die ausstehenden Schulden bereinigt und wolle nun die internen Prozesse überarbeiten, sodass so etwas nicht mehr passieren kann.