Sony PlayStation released, in Japan

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Digital Life

Schlechte Aussichten auf eine PS5: Chipmangel wird schlimmer

Der aktuelle Chipmangel zieht sich hin. Nach wie vor ist es kaum möglich eine PS5 oder Xbox Series X zu ergattern. Bei aktuellen Grafikkarten ist es ebenso, was auch zu Preiserhöhung führt.

Autohersteller haben heuer schon mehrmals den Betrieb in einigen Werken pausiert, weil Chips fehlten. BMW konnte diese Woche in Leipzig nur an einen von 5 Tagen produzieren, weil Halbleiter fehlten. 4.000 Autos konnten deshalb nicht gebaut werden.

Intel rechnet damit, dass Chipmangel noch schlimmer wird

Wenn es nach Intel geht, ist keine Besserung in Sicht. Das US-Unternehmen rechnet damit, dass sich die globale Halbleiter-Knappheit in den kommenden Monaten noch zuspitzt und bis ins Jahr 2023 hinein andauern kann. "Während ich erwarte, dass die Talsohle bei den Engpässen in der zweiten Jahreshälfte durchschritten wird, wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Industrie die Nachfrage vollständig erfüllen kann", sagte Intel-Chef Pat Gelsinger.

Auch Intel ist dabei, Produktionskapazität aufzubauen. Zu Gelsingers Plan gehört dabei, den Konzern verstärkt auch zum Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler zu machen. Man sei in Gesprächen mit rund 100 potenziellen Kunden, sagte er. Namen wurden nicht genannt.

Intel leidet unter der Konkurrenz aber profitiert von der Corona-Krise

Intel hat ein Problem in seiner Fertigung: Die Einführung modernerer Produktionsprozesse verzögert sich wegen Rückschläge bei der Entwicklung. Zugleich wächst die Konkurrenz - nicht nur durch den kleineren Erzrivalen AMD, sondern zum Teil auch durch bisherige Kunden wie Apple, die eigene Chips entwickeln.

Aktuell profitiert Intel weiterhin vor allem von der erhöhten PC-Nachfrage in der Coronapandemie. Der Konzern verkaufte im vergangenen Quartal allein 40 Prozent mehr Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor. Mit dem Arbeiten und Lernen von Zuhause aus bekam der lange Zeit schwächelnde PC-Markt einen bis heute andauernden Schub.

VW ist vorsichtig optimistisch

Volkswagen sieht die Lage nicht ganz so ernst wie Intel. Man rechnet damit, dass sich der Chipmangel in China in den nächsten Wochen entspannen wird. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagte VW-China-Chef Stephan Wöllenstein am Freitag bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Wenn nicht neues Unheil drohe, werde man bei der Marke VW gegen Ende des dritten Quartals in Richtung einer bedarfsgerechten Versorgung kommen. „Dann werden wir hoffentlich die aufgestauten Aufträge bei nahezu allen Modellen erfüllen können.“

Wöllenstein schloss weitere Engpässe aber nicht aus. Aufgrund von COVID-19-Ausbrüchen etwa in Malaysia komme es dort zu Fabrik-Schließungen bei Halbleiter-Herstellern. Weitere Produktionsanpassungen bei den in China produzierten Marken seien deswegen möglich.

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