Digital Life
20.02.2018

Russische Twitter-Bots befeuern Streit um US-Waffenkontrolle

Nur eine Stunde nach dem Highschool-Massaker in Florida begannen russische Twitter-Bots, die Gegner in der Waffenkontroll-Debatte anzustacheln.

Anhand von Social-Media-Aktivitäten wird sichtbar, dass Russland immer noch vehement am Befeuern gesellschaftlicher Debatten in den USA um dem Vertiefen von Gräben zwischen unterschiedlichen Positionen innerhalb der Bevölkerung arbeitet, berichtet die New York Times. Nur eine Stunde nach dem Massaker an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland, Florida, begannen diverse Twitter-Profile, bei denen es sich um aus Russland gesteuerte Bots handeln soll, Öl ins Feuer der erneut aufkommenden Waffenkontroll-Diskussion zu gießen.

Alles, was Uneinigkeit stiftet

Mit Hashtags wie #gunreformnow, #guncontrolnow oder #parklandshooting wurden Falschmeldungen rund um das aktuelle Thema verbreitet. "Das ist typisch für sie, sich an aktuelle Nachrichten dranzuhängen. Die Bots fokussieren auf alles, was Uneinigkeit stiftend für Amerikaner ist", meint Jonathon Morgan, Chef von New Knowledge, einem Unternehmen, das Online-Falschinformationskampagnen verfolgt. Die Debatte rund um die liberalen Waffengesetze der USA stellten ein ideales Spielfeld für diese Art von Kampagnen dar.

Bot-Identifizierung

Als Bots wurden die entsprechenden Twitter-Profile von der Politik-Forschungsgesellschaft German Marshall Fund identifiziert. Dabei ausschlaggebend waren u.a. die vertretene Meinung bekannter russischer Nachrichtenkanäle, eine extrem hohe Anzahl an Postings und Inhalte, die jenen von hunderttausenden anderen Profilen verdächtig ähnlich sehen. Die Aktivität der Twitter-Bots alarmiert nun Politiker und die Betreiber von Social Networks.

Kritik an Social Networks

Nach der Präsidentschafts-Wahl in den USA, die auch stark von Russland beeinflusst worden sein soll, habe man es nicht geschafft, derartige Einmischungen zu verhindern, meint etwa Senator Mark Warner, der Vize-Vorsitzende des Geheimdienst-Kommitees des US-Parlaments: "Was wir hier sehen, ist ein fortgesetzter Angriff von Russland, um demokratische Institutionen zu unterminieren." Twitter und andere Social Networks haben als Reaktion auf die US-Wahl die Anzahl ihrer Moderatoren stark erhöht. Wie sich anhand des neuen Falles zeigt, liegt aber noch einige Arbeit vor den US-Unternehmen.