Nicht verstrahlte Opfer, sondern Essen in Thailand habe einen Arzt kontaminiert

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Digital Life
08/25/2019

Russlands Begründung für Verstrahlung: "Fukushima-Krabben"

Nach Explosion in Militärgelände wurde Caesium-137 in Blut von Arzt entdeckt. Behörden sagen, er habe etwas Falsches gegessen.

Die Explosion auf einem russischen Militärgelände am 8. August, bei der mehrere Menschen gestorben sind, sorgt weiterhin für Rätselraten. Obwohl Radioaktivitätswerte in der Umgebung des Areals auf das 16-fache üblicher Werte angestiegen waren, hat Russland zunächst dementiert, dass radioaktives Material freigesetzt wurde. Später hat die Behörde Rosatom zugegeben, dass an einer Kernenergiequelle gearbeitet wurde.

US-amerikanische Experten gehen davon aus, dass die Explosion Versuchen mit einem Antrieb für neue Interkontinentalraketen geschuldet war. Nun tauchte im Blut eines Arztes, der Opfer des Vorfalls behandelte, das radioaktive Isotop Caesium-137 auf. Russische Gesundheitsbehörden bringen nun eine zweifelhafte Erklärung dafür.

Das Essen war schuld

Wie CNN berichtet, sei das Caesium-137 durch Meeresfrüchte in das Blut des Arztes gelangt. Bei einem Urlaub in Thailand habe er einfach "Fukushima-Krabben" gegessen, wurde dem Arzt mitgeteilt. Das gehe aus dem Bericht eines Angestellten in einem Spital in der nordrussischen Stadt Archangelsk hervor, der mit einem lettischen Aufdeckermedium gesprochen hat. Dass sich Caesium-137 in Meerestieren ansammle, sei normal und nicht weiter gefährlich, meinten die Behördenvertreter angeblich.

Gesundheit gefährdet

Wie Gizmodo berichtet, schildern zahlreiche Medienberichte, wie intransparent die russischen Behörden mit dem Vorfall auf dem Militärgelände umgingen. Strahlungsopfer wurden angeblich in ein Spital eingeliefert, ohne dass das anwesende Personal über die genauen Umstände informiert wurde. Schutzmaßnahmen gegen Radioaktivität konnten deshalb nicht getroffen werden, weshalb nun gesundheitliche Folgen für das Spitalspersonal befürchtet werden.