Digital Life
18.05.2015

Sicherheitsexperte behauptet Flugzeug-IT gehackt zu haben

In Verhören durch das FBI beteuert ein Sicherheitsexperte, dass er sich bereits mehrmals Zutritt zu den kritischen IT-Systemen von Flugzeugen verschafft hat.

Der Sicherheitsexperte Chris Roberts behauptete in FBI-Verhören, dass er sich bereits ungefähr zwanzig Mal in die kritischen IT-Systeme von Flugzeugen gehackt hat. Demnach soll er dabei sogar Zugriff auf die Schubkontrolle der Triebwerke gehabt haben. Wie aus einem FBI-Dokument hervorgeht, behauptet Roberts, dass er während dem Flug ein Triebwerk auf "Climb" gesetzt hat, wodurch dessen Schubkraft gesteigert wurde und das Flugzeug anschließend in eine Seitwärtsbewegung übergegangen sei.

Laut eigenen Angaben wusste er von Sicherheitslücken in drei Flugzeugtypen von Boeing und einem Modell von Airbus. In die kritische Flugzeug-IT konnte er über die In-Flight-Systeme von Thales und Panasonic vordringen. Dafür soll er seinen Laptop mit einem umgebautes Ethernet-Kabel mit einer elektronischen Box, die sich unter dem Sitz befindet, verbunden haben. Von dort aus hat er sich angeblich in das "Nervenzentrum" des Flugzeugs gehackt, berichtet CNN. Tatsächlich hat das FBI Spuren von Manipulationen unter dem Sitz, auf dem Roberts gesessen hat, gefunden.

Über seinem Twitter-Account behauptet Roberts, dass in den vergangenen fünf Jahren sein Interesse allein der Steigerung der Flugsicherheit galt. Sollte ihn das FBI deswegen belangen, droht im eine langjährige Haftstrafe.

IT-Sicherheit mit Fragezeichen

Im April wurde Roberts vom FBI verhört und an einem Weiterflug gehindert nachdem er in einem Tweet über die IT-Sicherheit von Flugzeugen gescherzt hatte. Seither wurden Flugbegleiter und Passagiere angehalten, laut einer Warnung von FBI und TSA Passagiere zu melden, die versuchen, eigene Geräte durch Kabel mit dem Bordentertainment-System zu verbinden.

Die neuerlichen Behauptungen von Roberts rücken die IT-Sicherheit von Flugzeugen in ein rätselhaftes Licht. Boeing weist jedoch darauf hin, dass die In-Flight-Entertainment-Systeme von der kritischen Flugzeug-IT getrennt seien, sodass ein derartiger Hack daher nicht möglich sei. Ebenso sei es nicht möglich, ein Flugzeug zu Steuern, ohne dass der Pilot die Änderungen des Flugplans prüft und freigibt.