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StormBreaker: Air Force gibt 320 Millionen Dollar für smarte Waffe aus

Die US Air Force hat bald eine neue Waffe in ihrem Arsenal. Sie hat beim Hersteller Raytheon 1.500 Stück der Gleitbomben GBU-53/B StormBreaker bestellt. Die Kosten dafür betragen 320 Millionen US-Dollar.

Obwohl es sich hier um eine Gleitbombe handelt, könnte sie zukünftig die AGM-65 Maverick ersetzen. Die StormBreaker ist der Luft-Boden-Rakete nämlich in nahezu allen Belangen überlegen.

Bei allen Wetterverhältnissen einsetzbar

Die StormBreaker hat einen 48kg schweren Gefechtskopf. Dieser hat sowohl Spreng- als auch Splitterwirkung und ist damit gegen viele Ziele einsetzbar. Laut Raytheon gehören Infanterie, Kampfpanzer, Patrouillenboote und unbefestigte Gebäude dazu. Durch die Gleitfügel, die sie nach dem Abwurf ausklappt, hat sie eine Reichweite von bis zu 110 Kilometer gegen statische und 72 Kilometer gegen fahrende Ziele. Zum Vergleich: Die Maverick hat eine Reichweite von etwa 22 Kilometer.

Das Besondere an der StormBreaker ist Tri-Mode-Suchkopf. Dieser ermöglicht einen Einsatz bei allen Wetterlagen. So soll die Gleitbombe ihre Ziele bei Schlechtwetter, Dunkelheit und Rauch finden und treffen. Der Suchkopf hat ein Millimeterwellen-Radar, einen halbaktiven Laser und einen Infrarot-Sensor. Letzterer ist eine Neuentwicklung und ungekühlt. Dadurch sinken die Produktionskosten und die Komplexität des Suchkopfs, was eine schnellere Produktion ermöglicht.

StormBreaker sucht sich selbst Ziele

Die Gleitbombe kann selbstständig per GPS in das zuvor definierte Zielgebiet fliegen. Dort arbeiten alle 3 Modi des Suchkopfs zusammen, um Ziele zu identifizieren und priorisieren. Über eine Datenverbindung können bis zu 38-mal pro Minute die Zieldaten aktualisiert werden. Die Pilot*in bzw. die Einsatzzentrale können so nach dem Abwurf und nachdem die Gleitbombe mehrere Ziele identifiziert hat, das gewünschte Ziel zuweisen, bzw. die von der Bombe getroffene Auswahl überschreiben.

Durch den neuen Suchkopf könne die Gleitbombe auch fahrende Ziele verfolgen und mit hoher Trefferquote bekämpfen. Dadurch sei die StormBreaker als Waffe zur Durchsetzung einer No-Drive-Zone geeignet. Ein Flugzeug könnte die StormBreaker aus sicherer Entfernung abwerfen. Diese fliegt zur per GPS definierten No-Drive-Zone und greift nur darin Ziele an, wenn Bewegung oder Hitze bei einem stehenden Fahrzeug (etwa weil kurz zuvor noch der Motor gelaufen ist) erkannt wird. Dadurch könnten feindlichen Kräfte nicht Nacht und Schlechtwetter nutzen, um unbemerkt die No-Drive-Zone zu durchfahren, um ein Ziel auf der anderen Seite anzugreifen.

Bis zu 28 Bomben an Bord

Beim Design der StormBreaker wurde darauf geachtet, dass möglichst viele davon transportiert werden können. Eine F-15E kann mit bis zu 28 Stück abheben. Zum Vergleich: Von der Luft-Boden-Rakete Maverick könnte sie nur 6 Stück transportieren.

StormBreaker an einer F-15E

Die F-22 und F-35 können im Waffenschacht 8 StormBreaker und 2 AIM-120 Luft-Luft-Raketen unterbringen. Werden die externen Waffenaufhängungen der F-35 genutzt, kann sie insgesamt 24 StormBreaker transportieren – 8 intern und 16 extern. Die US Navy plant außerdem, die StormBreaker auf der F/A-18 einzusetzen.

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