Digital Life 02.07.2016

Tragbarer DVD-Player in Wrack von Tesla Model S gefunden

© Bild: APA/dpa/Sven Hoppe

Nach dem ersten tödlichen Unfall eines Tesla-Fahrzeuges mit Autopilot wird weiter nach der Ursache geforscht. Ein DVD-Player könnte den Fahrer abgelenkt haben.

US-Polizisten der Florida Highway Patrol haben einen tragbaren DVD-Player im Wrack des Tesla Model S gefunden, das bei aktiviertem Autopilot-Modus in einen tödlichen Unfall verwickelt war. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit ist unklar, weswegen der Fahrer zum Unfallzeitpunkt nicht auf die Straße achtete und in die heikle Situation eingriff. Teslas Autopilot setzt eigentlich voraus, dass der Fahrer stets seine Hände am Lenkrad und die Straße im Blick behält. Der DVD-Player könnte jedoch erklären, warum der Fahrer abgelenkt war.

Laut den Ermittlern ist derzeit unklar, ob der DVD-Player vor dem Unfall verwendet wurde. Auch die Augenzeugenberichte widersprechen sich. So beteuert einer der Polizisten, dass bei seinem Eintreffen 15 Minuten nach dem Unfall noch ein „Harry Potter“-Film auf dem DVD-Player lief. Ein weiterer Zeuge, der bereits vor der Polizei am Wrack war, bestreitet dies jedoch.

Streit mit Sensor-Hersteller

Dass der verunglückte Tesla-Fahrer großes Vertrauen in die Technologie zeigte, beweisen jedoch Dashcam-Aufnahmen, die er Anfang April veröffentlichte. Im Clip ist zu sehen, wie der Autopilot einen Unfall verhindert. So will ein Lastwagen neben ihm plötzlich ausscheren und kollidiert dabei fast mit dem Tesla. Der Autopilot weicht jedoch sofort nach rechts aus. Der Clip wurde damals auch von Tesla-CEO Elon Musk auf Twitter gepostet und zählte bereits vor dem Unfall weit über eine Million Mal abgerufen.

Während neben der Polizei mittlerweile auch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) ermittelt, wehrt sich Sensor-Hersteller Mobileye, dass der Unfall auf Versagen des Sensors zurückzuführen sei. Laut dem Hersteller seien moderne Notbremssysteme für derartige Szenarien nicht ausgelegt. Erste Systeme, die die Fahrbahn querende Fahrzeuge erkennen sollen, werden 2018 auf den Markt kommen. Tesla verweist in einer neuen Aussendung am Freitag jedoch darauf, dass die außergewöhnlichen Umstände - die weiße Seite des Lastwagen-Anhängers wurde bei gleißendem Sonnenlicht nicht erkannt - für den Unfall verantwortlich seien.

( futurezone ) Erstellt am 02.07.2016