Digital Life
11.04.2018

Unterlagen liegen gelassen: Was Zuckerberg noch sagen wollte

Der Facebook-Chef wollte bei seiner Anhörung vor dem US-Senat zu einem möglichen Rücktritt Stellung nehmen und Apple attackieren, wie Notizen zeigen, die in einer Pause offen am Tisch liegen blieben.

Mark Zuckerberg gehe offenbar mit seinen eigenen Notizen ebenso sorglos um, wie mit den Daten der Facebook-Nutzer, bemerkt das US-Blog Gizmodo hämisch. Der Grund dafür ist ein Stapel Notizen, der in einer Pause der Anhörung des Facebook-Chefs im US-Senat zur Affäre um die Datenweitergabe an Cambridge Analytica am Dienstag auf seinem Tisch liegen blieb. Ein Pressefotograf nutzte die Gelegenheit und schoss ein Foto der Redenotizen.

Rücktritt und Zerschlagung

Sie zeigen, womit der Facebook-Chef bei seiner Anhörung rechnete. Darunter befinden sich etwa auch Fragen zu seinem möglichen Rücktritt nach der Datenaffäre. Facebook habe auch schon dafür Probleme gelöst und werde auch dieses Problem lösen, wollte Zuckerberg dazu laut den Notizen sagen. Er rechnete offenbar auch damit, dass eine Zerschlagung von Facebook zur Diskussion gestellt werde. Die würde zu einer Stärkung chinesischer Unternehmen beitragen, wollte Zuckerberg entgegnen.

Breitseite gegen Apple

Auch gegen Apple wollte der Facebook-Chef austeilen. Apple-Chef Tim Cook hatte zuletzt strengere Regeln für das Online-Netzwerk gefordert. Es gebe viele Geschichten über Apps, die Apple-Daten missbrauchen würden, war Zuckerbergs vorbereitete Replik darauf. Er habe nicht gesehen, dass Apple irgendjemanden darüber informiert hätte.

Auch mit Fragen zur EU-Datenschutzgrundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt und strenge Strafen bei Verstößen vorsieht, rechnete Zuckerberg. „Sag nicht, dass wir die Vorgaben schon erfüllen“, ist in den Notizen zu lesen.