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Rüstungsindustrie Video: Crowdfunding für Drohne mit Sturmgewehr.

So stellt sich Duke Robotics die Zukunft der Kriegsführung vor
So stellt sich Duke Robotics die Zukunft der Kriegsführung vor - Foto: Duke Robotics
Die Firma Duke Robotics sucht nach Investoren, um eine Drohne, an die ein Sturmgewehr oder Granatwerfer geschnallt werden kann, zur Serienreife zu bringen.

Noch schießen Jäger auf Drohnen, bald könnten diese zurückschießen. Das US-Unternehmen Duke Robotics hat mit TIKAD eine fliegende Waffenplattform auf Basis eines Multictopters vorgestellt.

Die Drohne ist ein Multicopter mit acht Rotoren. Der Aufbau sieht dem von handelsüblichen Multicoptern sehr ähnlich. Octocopter werden üblicherweise eingesetzt, wenn größere Kameras mit Stabilisierungssystemen, die verwackelte Aufnahmen verhindern sollen, eingesetzt werden.

Sturmgewehr statt Kamera

Beim TIKAD ist keine Kamera, sondern ein Sturmgewehr montiert. Wie in dem Video zu sehen ist, handelt es sich um ein handelsübliches AR15, eine halbautomatische Version des M4-Sturmgewehrs. Um Gewicht zu sparen, wurden der Schaft und Vordergriff abmontiert. Laut Duke Robotics kann auch ein sechsschüssiger Granatwerfer, statt eines Sturmgewehrs, montiert werden.

Rückstoß abfedern

Das Gewehr ist in einer Aufhängung montiert, ähnlich einem Stabilisationssystem für eine Kamera. Das Gewehr kann in der Aufhängung nach dem Schuss nach hinten schwingen. Zwei Schwenkarme fangen es am Ende des Rückstoßimpulses auf und bringen es wieder in die Ausgangsposition. So soll verhindert werden, dass die Drohne durch den Rückstoß ihre Position verändert.

Am Gewehr ist ein Zielfernrohr angebracht, hinter dem wiederum eine Kamera ist. So kann der Drohnenpilot das Ziel mittels eines Displays, das in der Fernbedienung integriert ist, ins Visier nehmen.

Duke Robotics sucht mit dem Video, in dem zu militärischer Musik teils ein Prototyp, teils computeranimierte TIKAD-Drohnen zu sehen sind, nach Investoren. Diese können gleich per Formular auf der Website in den todbringenden Multicopter investieren. Laut dem Unternehmen wolle man die Gelder nutzen, um einen möglichen Auftrag für die israelische Armee zu erfüllen.

Nachahmungsgefahr

Das Bedenkliche ist nicht nur, dass Privatperson aufgefordert werden in ferngesteuerte, fliegende Gewehre zu investieren, sondern auch die technische Umsetzung. Der Multicopter könnte von der Stange gekauft werden, das Stabilisationssystem sieht ebenfalls wie ein modifiziertes, freiverkäufliches Produkt aus. Der Abzugsmechanismus wirkt ebenfalls sehr simpel. Die Kamera, die einfach nur durchs Zielfernrohr filmt, ist ebenfalls eine relativ einfache Lösung.

Technisch einigermaßen affine Personen könnten das System nachbauen. Dies wäre nicht das erste Mal, dass handelsüblichen Drohnen zu Waffenträgern umgebaut werden. Der IS hat etwa Multicopter mit Abwurfvorrichtungen für Handgranaten ausgestattet.

Bereits 2015 ist ein Video einer Drohne aufgetaucht, die eine Pistole abfeuern konnte. In dem Video ist zu sehen, dass der Rückstoß die leichte Drohne von der ursprünglich Position abbringt. Dies soll bei TIKAD durch das Stabilisierungssystem nicht passieren.

(futurezone) Erstellt am 21.08.2017, 18:31

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