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Digital Life
02/23/2020

Video: The Mandalorian wurde in einer Art Holodeck gedreht

Ein Making-Of-Video zeigt die beeindruckende Technologie hinter der Star-Wars-Serie.

Für die meisten ist „The Mandalorian“ nur wegen einer Sache bemerkenswert: Baby Yoda. Blickt man aber hinter die Kulissen, sieht man eine Technologie, die das Drehen von Filmen und Serien in Zukunft prägen wird.

In einem Making-Of-Video ist zu sehen, wie die viele Szenen der Disney+-Serie „The Mandalorian“ entstanden sind. Obwohl es Star Wars ist, erinnert das mehr an Star Trek – genauer gesagt an das Holodeck.

Für die Dreharbeiten wurde ein rundes Studio mit LED-Wänden und -Decke aufgebaut. Anstatt also wie üblich mit Greenscreen zu drehen, wurden die Hintergründe live angezeigt. Die Schauspieler sahen also genau die Szene, in der sie waren und virtuelle Objekte, mit denen sie interagieren sollten. Dadurch fällt es ihnen viel leichter, in die korrekte Richtung zu blicken und sich in die Szene hineinzuversetzen, als wenn sie bloß auf eine grüne Wand starren würden.

Auch für den Regisseur und die Kameraleute war es einfacher, weil sie so sofort einen Eindruck hatten, wie die Szene dann in der Serie aussehen wird. In der Serie war natürlich nicht bloß der abgefilmte Hintergrund zu sehen. In der Post-Production wird dieser entsprechend nachbearbeitet und angepasst.

Berge versetzen

Die Technologie hat noch weitere Vorteile. Die so auf den riesigen LED-Bildschirmen angezeigten Hintergründe basieren auf der Computerspiele-Technik Unreal Engine. Wenn dem Regisseur beim Drehen etwa auffällt, dass ein Berg im Hintergrund stört, kann der innerhalb ein paar Sekunden verschoben werden. Szenenwechsel von einem Wüsten- zum Eisplaneten? Auch das erfordert nur ein paar Klicks.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich durch die LEDs die Beleuchtung fließend regeln lässt. Das erspart das teilweise stundenlange Neuausrichten von Scheinwerfen. Mit der für „The Mandalorian“ genutzten Technologie wird Lichtstärke und -farbe einfach per iPad in Echtzeit kontrolliert. Ebenfalls war es möglich bestimmte Teile des Hintergrunds zu drehen und zu bewegen. Dadurch wurden Kamerafahrten und -drehungen um Schauspieler herum möglich, die sonst nur mit sehr viel mehr Platz und Aufwand umsetzbar gewesen wären.

Per iPad steuerbar

In dem Video ist ebenfalls zu sehen, wie verschiedene Techniken kombiniert wurden. So wurden reale Objekte in das LED-Studio integriert, wie etwa das Raumschiff des Mandalorianers oder der Kettenantrieb des Sandcrawlers. Diese gingen nahtlos in den Hintergrund über.

Mit dieser Art des Studiodrehs kann also Zeit und damit Geld gespart werden. Laut den Machern der Serie war dies auch nötig. Denn für TV-Serienableger von großen Kinofilmen gibt es üblicherweise weniger Zeit und Budget, was sich meist negativ auf die Qualität auswirkt. Man kann davon ausgehen, dass die Technologie zukünftig in vielen weiteren TV- und Filmproduktionen eingesetzt wird.