Digital Life
03.10.2018

Warum die Piraterie trotz Netflix und Co wieder ansteigt

Das Angebot an Videostreaming-Diensten hatte zu weniger illegalen Downloads geführt. Jetzt kehrt sich der Trend um.

Mit dem Erfolg von Netflix und anderen Plattformen schien die bis dahin stetig steigende Videopiraterie langsam, aber sicher eingedämmt. Zeigte BitTorrent im Jahr 2011 noch für ca. 52 Prozent des gesamten Upstream-Traffics in Breitband-Netzen in den USA verantwortlich, sank dieser Wert bis 2015 auf knapp 27 Prozent. Neueste Analysen zeigen nun aber, dass die BitTorrent-Nutzung vor allen in Europa, im Nahen Osten und in Afrika wieder einsteigt.

Datenfresser BitTorrent

So ist BitTorrent und somit Filesharing in diesen Regionen der Datenfresser Nummer eins, was die Upload-Kapazitäten betrifft. 32 Prozent des gesamten Traffics ist auf die Plattform zurückzuführen, die hauptsächlich zum Teilen von Filmen und Serien verwendet wird. Die Datenanalysten haben dafür auch eine Erklärung parat. So würden immer mehr Dienste auf Exklusiv-Inhalte setzen, die nur über ihre Plattform verfügbar seien.

Nutzer, die prinzipiell kein Problem damit hätten, für Video-Streaming zu bezahlen, würden folglich schon aus Geldgründen nicht sämtliche Plattformen abonnieren, nur um etwa "Game of Thrones" auf HBO oder eine einzige andere exklusiv produzierte Serie bei einem anderen Streaming-Service sehen zu können. Sie würden ein bis zwei Dienste abonnieren und den Rest wieder über BitTorrent und andere Filesharing-Plattformen beziehen, lautet die Erklärung der Studienautoren.