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Digital Life
02/02/2020

Wie es Menschen mit dem Namen Alexa geht

Kinder mit dem Namen Alexa werden häufig gemobbt. Eltern berichten, der Name werde mit "Dienerin" gleichgesetzt.

Seit 2014 nutzt Amazon den Namen Alexa für seinen KI-Assistenten. Dieser wird mit Geräten wie dem Echo Dot ausgeliefert, beantwortet Fragen der Nutzer oder gibt Hilfestellungen. Doch einige Kinder - und Erwachsene - mit dem Namen Alexa leiden seither darunter. 

Gegenüber Business Insider erzählte eine Familie, während eines Besuchs beim "Weihnachtsmann" im Einkaufszentrum habe dieser die Tochter ausgelacht und wiederholt gefragt, ob sie auch immer tut, was man ihr befiehlt.

Andere Kinder durften nicht zum Spielen zu ihren Freunden, da die Eltern ein Amazon Echo besitzen. Sie wollten nicht, dass dieses aktiviert wird, während eine menschliche Alexa anwesend ist. 

Kein Fantasie-Name

Anders als Apples Siri, Samsungs Bixby oder Googles Assistant wählte Amazon einen beliebten Frauennamen für seinen KI-Assistenten. Im englischsprachigen Raum gehörte Alexa in den vergangenen Jahren zu den beliebtesten Babynamen. Auch in Österreich ist Alexa (oder Aleksa) verbreitet. 

Im Gegensatz zu Vornamen, die in Songs oder Filmen prominent auftauchen und kurzzeitig damit in Verbindung gebracht werden, ist Alexa auf Tablets, Smart Speakern und Haushaltsgeräten verfügbar, die das alltägliche Leben bestimmen.

Synonym für "Dienerin"

Eine Mutter, Lauren Johnson, nahm dies zum Anlass, die Organisation Alexa is a Human (Alexa ist ein Mensch) zu gründen. In einem Blogeintrag ruft sie Amazon-Chef Jeff Bezos direkt auf, den Namen Alexa einmal für 90 Tage mit dem Namen seines Kindes zu tauschen, um die Auswirkungen zu sehen. Amazon solle einen neuen Namen erfinden, anstatt einen bestehenden zu verwenden und damit Tausende Menschen dem Spott anderer auszuliefern. Gegenüber Business Insider sagt Johnson, der Name Alexa sei ein Synonym für "Dienerin" geworden.

Auch Teenager und Erwachsene leiden unter der neuen Bedeutung ihres Namens. Ein 18-jähriges Mädchen erzählte Business Insider, Jungen an ihrer Schule nutzten die Phrase "Alexa, gib mir ..." für sexuelle Belästigungen und Beleidigungen. Einige Alexas haben daher bereits ihren Namen geändert, oder mit ihren Eltern einen neuen Namen vereinbart, wie eine Dreijährige, die nun Alexandria genannt wird. 

Amazon hat sich zu diesem Thema bisher nicht geäußert. Der Name erinnere an Alexander den Großen, dessen Bibliothek alles Wissen der Welt enthielt, sagte David Limp gegenüber Fortune, der für die Entwicklung von Alexa verantwortlich war. Es sei ein Wort, das Menschen nicht häufig verwenden. Daher sei der Klang des Namens ungewöhnlich genug.