Digital Life
01/11/2019

#WienStehtAuf: Twitter-Nutzer protestieren gegen Kurz-Sager

Hunderte Twitter-Nutzer protestieren mit Berichten aus ihrem Alltag gegen eine umstrittene Aussage des Bundeskanzlers.

Hunderte Twitter-Nutzer protestieren unter dem Hashtag #WienStehtAuf gegen eine umstrittene Aussage von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Kurz kritisierte im Rahmen der derzeit laufenden Regierungsklausur die Wiener Stadtregierung, die die Mindestsicherungsreform nicht umsetzen möchte.

„Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten, und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen“, sagte Kurz. Die Aussage wurde unter anderem von der SPÖ Wien als massive Beleidigung kritisiert, Kurz würde damit Beziehern der Mindestsicherung vorwerfen, faul zu sein.

Seit Freitagfrüh ist deswegen auch der Hashtag #WienStehtAuf in den Twitter Trends zu finden, unter dem zahlreiche Twitter-Nutzer mit Geschichten aus ihrem Alltag gegen die Aussage protestieren. Mireille Ngosso, stellvertretende Bezirksvorsteherin für die SPÖ Wien im ersten Bezirk, twitterte ein Foto von ihrem Dienst als Ärztin. „Seit 25 Stunden im Dienst, 40-50 Patienten versorgt und 4 OPs. Jetzt ab nach Hause um mich um meinen zweijährigen Sohn zu kümmern“, schrieb sie. Beim Großteil der #WienStehtAuf-Poster handelt es sich um Eltern, die über ihre Erlebnisse beim Versorgen ihrer Kinder am Morgen berichten.

Ein Twitter-Nutzer nimmt auch Bezug auf eine aktuelle Aussage aus dem BVT-Untersuchungsausschuss, wonach BVT-Mitarbeiter eine Personendatenbank für die ÖVP angelegt haben sollen: „Wir lernen: In der aus dem BVT abgesaugten ÖVP-Datenbank sind auch die Weckerzeiten der Wiener Bevölkerung aufgelistet.“ Spott erntete zudem ein Kurz-Tweet aus dem Jahr 2010, den der heutige Bundeskanzler offenbar noch als JVP-Chef schrieb: „lang schlafen, kurz wählen gehen. ;-)“

Es wäre nicht das erste Mal, dass Kurz auf Twitter verspottet wird. Im Vorjahr traten die ausweichenden Antworten des Bundeskanzlers die Aktion #AnswerLikeKurz los. Zudem wurde ein Werbefoto, auf dem Kurz gemeinsam mit anderen ÖVP-Politikern ein Schild hielt, zum Basteln von Memes genutzt.