Games
19.08.2016

Auf fremden Planeten in der virtuellen Realität

Die Spielemesse in Köln bewegt sich zwischen neuen Technologien und Nostalgie. Auch österreichische Spieleentwickler leisten dazu ihren Beitrag.

Köln ist an diesem Wochenende das Mekka der Spielebranche. Mehr als 500.000 Menschen strömen in die deutsche Stadt, um die jährlich stattfindende Gamescom, die größte Messe für Videospiele, zu besuchen. Dabei wird erstmals öfter zur Virtual-Reality-Brille statt zum Controller gegriffen. Jeder namhafte Entwickler hat zumindest einen Titel für Virtual Reality (VR) im Angebot. Aus gutem Grund: Dieses Jahr sind mit „Oculus Rift VR“ und „HTC Vive“ bereits zwei VR-Brillen auf den Markt gekommen. Im Oktober kommt mit „PlayStation VR“ Sonys Konkurrent hinzu.

Die PlayStation VR will vor allem eines sein: Leistbar. Mit 399 Euro ist sie deutlich günstiger als die Konkurrenz, die mehr als das Doppelte kostet. Zudem ist lediglich eine PlayStation 4 statt einem High-End-PC, der 1000 Euro und mehr kosten kann, erforderlich. Dafür muss man leichte Abstriche bei der Qualität des Bildes sowie der Bewegungsfreiheit machen. Das fiel jedoch bei Titeln wie „Farpoint“ nicht auf.

In dem Sony-exklusiven Weltraum-Shooter schlüpft man in die Rolle eines Astronauten, der auf einem fremden Planeten strandet und sich gegen feindliche Aliens wehren muss. Sony hat sogar einen dazu passenden Controller in der Form einer Waffe angekündigt, der die Illusion perfektioniert. Lediglich die Tatsache, dass der Spieler stets auf dem gleichen Punkt stehen bleibt, sein virtuelles Alter Ego aber normal geht, erzeugt ein leicht flaues Gefühl im Magen.

Batman Arkham VR“, in dem man in die Rolle des Superhelden schlüpft und Mordfälle löst, überzeugt trotz eines unerwartet Action-freien Spielprinzips. In „Star Trek Bridge Crew“ kann man die Rolle eines Crew-Mitgliedes auf einem Raumschiff übernehmen und muss es gemeinsam mit anderen Spielern durch den Weltraum führen.

Games aus Österreich

Auch aus Österreich gibt es mittlerweile einen ersten VR-Titel: Der Wiener Spieleentwickler Black Cell hat vergangene Woche das Rätsel-Spiel „Wake Up“ für HTC Vive veröffentlicht. Der Tiroler Software-Entwickler Holo-Light arbeitet an mehreren Spielen für Microsofts Augmented-Reality-Brille „HoloLens“, unter anderem eine Portierung des beliebten „Bridge Constructor“. Dabei muss der Spieler eine Brücke konstruieren, die anschließend von einem Zug sicher überquert werden kann. Der Clou: Die HoloLens (hier im futurezone Hands on) zeigt virtuelle Objekte in der Wirklichkeit an. Der Spieler muss hier beispielsweise eine Brücke in seinem Wohnzimmer konstruieren, die vom Schreibtisch auf einen Schrank reicht.

Die Branche verspricht sich viel von der neuen Technologie. Sony und Microsoft wollen sogar leistungsfähigere Versionen ihrer erst drei Jahre alten Spielkonsolen auf den Markt bringen, damit diese für Virtual Reality gerüstet sind. „Es hoffen natürlich viele Spieleentwickler, dass VR nicht ein ähnliches Schicksal wie 3-D-Fernseher erleidet“, so Niki Laber, Präsident des Österreichischen Verbandes der Unterhaltungssoftware (ÖVUS). „Die Technologie ist ja nicht neu, aber es wird leistbarer und damit stehen die Chancen gut, dass es sich durchsetzen wird. Es wird aber sicher weiterhin Spiele geben, die auf VR verzichten.“

Nostalgie ist in

Obwohl der Hype um Virtual Reality die Branche begeistert, zeigen sich Spieler nostalgisch. Das beweist etwa der Hype um das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“, das bei vielen Jugenderinnerungen an die Pokémon-Spiele und die TV-Serie weckt.

Auch die Ankündigung des „Nintendo Classic Mini“ (ab November, 60 Euro) löste Begeisterung aus. Die Neuauflage von Nintendos Spielkonsole NES (wir konnten sie bereits ausprobieren) nimmt im Vergleich zum Original nur ein Viertel der Grundfläche ein und verfügt über 30 vorinstallierte Spiele. Darunter sind Klassiker wie „Pacman“ und „Mario Bros.“. Die Original-Spielmodule werden nicht unterstützt, die Verbindung zum Flat-TV erfolgt per HDMI-Kabel.