© Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld

Games
08/31/2020

Gamescom 2020: Ohne Schlangestehen fehlt die Seele der Messe

Es fehlten die Zufallsbegegnungen, die einen Spiele-Event ausmachen. Immerhin wurde ein Shitstorm gerade noch abgewandt.

von Franziska Bechtold

3 Tage Gamescom sind zu Ende und das erste Mal braucht man danach nicht eine Woche Erholungsurlaub. Die digitale Veranstaltung bot eigentlich alles, was die Gamescom braucht: Ausführliche Gameplay-Premieren, Interviews mit Entwicklern, Cosplay-Events und tolle Indie-Spiele.

So viel Mühe die Veranstalter sich aber gegeben haben, die Seele hat trotzdem gefehlt. Was bei dieser digitalen Konferenz mehr als in den Jahren zuvor deutlich wurde: die Stärke der Gamescom sind nicht ihre exklusiven Ankündigungen, sondern die zwischenmenschlichen Momente. Für Spielebegeisterte ist die Messe ein Ort, an dem sie neue Leute mit der gleichen Leidenschaft treffen und an dem sie problemlos aus 5 Stunden Schlangestehen einen netten Nachmittag machen können.

Gameplay-Highlights

Das lässt sich nun mal schwer ins Netz übertragen, auch wenn die Gamescom mit der Plattform gamescom.now und den zahlreichen Live-Streams einen wirklich guten Job gemacht hat. Auch nach der Opening Night Live am Donnerstagabend gab es interessante Neuigkeiten zu sehen, etwa Gameplay von Serious Sam 4 im „Papamobil“ (ein Mech in den päpstlichen lila-goldenen Farben).  

Auch erstes Gamesplay der zweiten Episode der "Dark Pictures Anthologie" wurde gezeigt. "Little Hope" versetzt Spieler allein oder im Multiplayer in die Zeit der Hexenverfolgung.

Vor allem bei den Indie-Spielen fanden sich Titel, die man im Auge behalten sollte. „When the Past was around“ ist ein bezaubernd gezeichnetes Point-and-Click-Adventure, das sich mit der Beziehung und den eigenen Wünschen der Protagonistin auseinandersetzen muss.    

Beim zumindest optisch minimalistisch gestalteten Abenteuer „Genesis Noir“ müssen Spieler hinter einem eifersüchtigen Gott aufräumen, der aus Wut den Urknall auslöst.

Cyberpunk und Indie Arena Booth gewinnen

Gleich 5 Gamescom Awards gingen in diesem Jahr an "Cyberpunk 2077" ("Best of Gamescom", "Best Sony PlayStation Game", "Best PC Game", "Best Role Playing Game" und "Gamescom most wanted"). Das beste Action Game wurde "Star Wars: Squadrons", das beste Action Adventure darf sich "Watch Dogs Legion" nennen.

Mit dem Preis für die beste Hardware wurde die Xbox Series X ausgezeichnet, allerdings ist nicht bekannt, wer in dieser Kategorie sonst noch nominiert war. Der Jury-Sonderpreis "Heart of Gaming" ging an die spielbare "Indie Arena Booth". Als bestes Indiegame wurde "Curious Expedition 2" ausgezeichnet.

Kritik an devcom-Event

Gerade noch mal am Shitstorm vorbeigeschrammt ist am Freitagabend die parallel stattfindende devcom. Die Entwicklerkonferenz mit internationalen Speakern sollte mit der „Developer Night: Entwickler gegen Gewalt, Antisemitismus, Rassismus, Faschismus, Sexismus und Diskriminierung“ ein feierliches Ende finden. 

Nachdem die devcom die Veranstaltung auf Twitter angekündigt hatte, fragten sich viele Nutzer verwundert, warum die Anti-Rassismus Veranstaltung vom kontrovers diskutierten polnischen Entwicklerstudio Destructive Creations ausgerichtet wurde.

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Das Studio wollte sein neues Spiel "War Mongrels" vorstellen. Eines der Hauptmerkmale des Games ist der explizite Einsatz von Gewalt. Frühere Spiele von Destructive Creations zeichneten sich ebenfalls durch die Gewaltdarstellung aus, wie "IS Defense" (in dem man die europäische Grenze vor Bootladungen voller Islamisten verteidigen muss) und "Hatred" (in dem man als Massenmörder in einem amerikanischen Vorort Unschuldige tötet). Das Studio steht auch wegen rechtsradikaler Ansichten, unter anderem von CEO Jarosław Zieliński, in der Kritik.

Dass es sich hier nicht um den idealen Partner eines solchen Events handelt, erkannten die devcom-Veranstalter spät, aber entschieden mit ihrer Absage richtig. Ein Statement dazu, wie es überhaupt so weit kommen konnte, wollte die Gamescom auf Nachfrage nicht geben.

Gamescom 2021: Online und Lokal

Trotzdem war die Gamescom 2020 ein Erfolg für die Veranstalter. Die Opening Night Live hatte 2 Millionen Live-Zuschauer, die weiteren Shows wurden von 10 Millionen "Besuchern" aus 180 Ländern gesehen.

Das will man 2021 weiterführen: Die Veranstaltung soll sowohl online als auch vor Ort in Köln stattfinden. Ein guter Mittelweg, der die Inhalte allen Interessierten zugänglich macht und Messebesuchern die gewohnte Gemeinschaft vor Ort bietet - das beste beider Welten sozusagen.

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