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Analyse

Playstation 4.5 bestätigt: Was die neue Konsole können wird

Während der Spielentwickler-Messe GDC soll Sony hinter verschlossenen Türen eine neue Version der PS4 gezeigt haben. Wie Eurogamer jetzt berichtet, haben mehrere Quellen dieses Gerücht bestätigt. Sony soll bereits Prototypen der Spielkonsole ausgewählten Personen präsentiert haben. Intern wird die neue PS4 als Playstation 4.5 und Playstation 4K bezeichnet.

Die 4K-Endung bezieht sich darauf, dass das Modell Inhalte in der UHD-Auflösung 3.840 x 2.160 Pixel ausgeben kann. Zudem soll sie einen stärkeren Grafik-Prozessor haben. Doch was bedeutet das für die Gamer, die bereits eine PS4 haben? Und wie wirkt sich das neue Modell auf den Start von Playstation VR aus?

Kein Upgrade-Zwang für VR

Vor dem Stand bildeten sich aber lange Schlangen
Einige User haben aufgrund der Gerüchte schon ihren Unmut im Internet Luft gemacht. „Verrat am Kunden“ wird Sony unter anderem vorgeworfen. Es wird befürchtet, dass man neue Games nur mit der leistungsstärkeren Konsole spielen kann. Einige vermuten auch, dass das kommende Virtual-Reality-Headset, Playstation VR, nur mit der neuen PS4 funktionieren wird. Diese Befürchtungen sind eher unrealistisch.

Sony hat mit Playstation VR, die 399 Euro kostet (+45 Euro für die PS4-Kamera) die günstigste VR-Lösung für vollwertige Spiele. Oculus Rift für den PC ist mit 700 Euro deutlich teurer. Müsste man für PS VR die neue PS4 kaufen, die vermutlich 399 Euro kosten wird, wäre man bei einer Mindest-Investition von fast 800 Euro – selbst für User, die bereits eine PS4 besitzen. Das würde viele potenzielle Kunden abschrecken und Sony vermutlich mehr schaden als nützen.

Das heißt aber nicht, dass die neue PS4 nicht für PS VR vorbereitet ist. Zum Start von Kinect hat Microsoft 2010 die Xbox 360 S vorgestellt. Diese hatte einen eigenen Anschluss für Kinect, der die Daten- und Stromversorgung bündelte und es so bequemer für den User machte. Bei der neuen PS4 könnte es ähnlich sein: Ein Anschluss, der nur noch ein Kabel für PS VR nötig macht.

Mehr Leistung für UHD

Nur weil die neue PS4 ein UHD-Signal ausgeben kann, heißt es nicht, dass zukünftig PS4-Games deutlich besser aussehen werden. Auch hier kann man sich an Microsofts Xbox 360 zurückerinnern. Die erste Geräte-Generation gab ein digitales Videosignal nur per Komponenten-Anschluss aus, einen HDMI-Anschluss gab es erst später. Obwohl per HDMI ein Output von 1080p unterstützt wurde, liefen die meisten Xbox360-Games nativ nach wie vor in der Ursprungs-Auflösung 720p.

Das könnte mit der neuen PS4 genauso sein. Der HDMI-Ausgang wird den Standard HDMI 2.0 oder 2.1 haben und damit die Ausgabe eines UHD-Signals unterstützen. PS4-Spiele werden nach wie vor nativ in 1080p laufen. Der schnellere Grafik-Chip der neuen PS4 wird das Signal lediglich auf 3.840 x 2.160 Pixel hochrechnen.

Es könnte grafisch weniger aufwendige Titel geben, wie etwa Indie-Games mit skalierbaren Texturen, die ein natives UHD-Signal haben. Dies ist bereits bei Nvidias Shield Android TV so.

Fokus auf Entertainment

Der Hauptgrund für das UHD-Upgrade könnte der Entertainment-Faktor sein. Sony versucht die UHD-Blu-ray zu pushen. Das Problem daran: Wenige User haben UHD-Blu-ray-Player. In Österreich sind etwa auf Geizhals.at derzeit nur zwei UHD-Blu-ray-Player gelistet. Der Günstigere der beiden kostet 400 Euro. Würde die neue PS4 ebenfalls 400 Euro kosten, könnten User gleich zur Konsole greifen, anstatt „nur“ einen UHD-Blu-ray-Player zum selben Preis zu kaufen.

Diese Taktik ist bekannt: Die PS3 beherrschte schon zum Launch im Jahr 2006/2007 die Wiedergabe von Blu-rays und war deshalb für viele User der Einstieg in die Welt von FullHD-Filmen. Ähnlich war es zum Start der PS2 im Jahr 2000, die DVDs wiedergeben konnte.

Durch die UHD-Kompatibilität wird die neue PS4 UHD-Streaming unterstützen. Dies ist allerdings von geringerer Bedeutung. Viele UHD-TVs haben ohnehin schon Smart-TV-Funktionen eingebaut, die die Apps von Netflix und Amazon unterstützen.

Kleiner und weniger Stromverbrauch

Das Upgrade auf neue, weiterentwickelte Prozessoren bringt mehr Leistung auf weniger Raum, geringeren Stromverbrauch und im Idealfall weniger Hitzeentwicklung. Die neue PS4 könnte demnach ein „Slim“-Modell sein, also ein schlankeres Gehäuse als die bisherige Version haben.

Wann die neue PS4 vorgestellt und offiziell erhältlich sein wird, ist noch offen. Sinnvoll wäre ein gleichzeitiger Verkaufsstart mit Playstation VR, damit VR-Interessierte, die noch keine PS4 haben, gleich das Modell bekommen, das auch ein UHD-Blu-ray-Player ist. Eine Ankündigung der neuen PS4 könnte im Juni auf der Spielemesse E3 in Los Angeles oder im August auf der Gamescom in Köln erfolgen.

Glaubt man aktuellen Gerüchten, ist auch Microsoft dabei, eine neue Geräte-Generation der Xbox One zu entwickeln. Berichten zufolge soll Microsoft derzeit mehr Branchen-Vertreter zur E3 nach Los Angeles einladen, als dies im Vorjahr der Fall war. Analysten gehen deshalb davon aus, dass Microsoft nicht nur neue Games, sondern auch neue Hardware vorstellen wird.

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Gregor Gruber

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