Meinung
26.03.2018

Und ihr löscht Facebook ja doch nicht!

© Bild: REUTERS / Dado Ruvic

Skandal hin oder her, ein Großteil von uns wird der Plattform treu bleiben. Wir müssen aber unser Hirn einschalten. Ein Kommentar.

Seien wir uns ehrlich: Wer hat sein Konto im Zuge der Facebook-Datenaffäre wirklich gelöscht? Wie viele der eigenen Freunde sind plötzlich verschwunden? Dass Unternehmen wie Tesla ihre Seiten löschen, ist wohl vorwiegend als Marketing-Gag einzustufen. Facebook ist für viele Menschen ein Grundstein sozialer Interaktion oder sogar beruflicher Kommunikation, weswegen es das Netzwerk noch lange geben wird. Aus diesem Grund sollten wir lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen.

Hier spielen auch Gesetzgeber eine Rolle. EU und verschiedene nationale Regierungen sind angesichts des aktuellen Falls hellhörig geworden und fordern Klarstellung. Die unkontrollierte Weitergabe von Daten an Dritte muss auch gesetzlich geregelt werden, Verstöße sollten sanktioniert werden, und zwar so, dass es den Firmen wirklich weh tut. 

Eigenverantwortung gefragt

Welche Daten ich Facebook gebe, bleibt aber immer noch mir überlassen. Ich muss nicht meine politischen Ansichten, jede Reise, oder jedes Ereignis meines Lebens in Echtzeit in dem Netzwerk posten. Ich muss darüber nachdenken, ob ich mich wirklich bei vermeintlich lustigen Persönlichkeitstest mit meinem Konto voller privater Informationen einlogge. Wir brauchen ein Bewusstsein für unsere Daten und das daraus entstehende Missbrauchspotenzial. Dann können wir auch die positiven Seiten von Online-Netzwerken weiterhin genießen.