Netzpolitik
05.07.2018

EU lässt online über die Zeitumstellung abstimmen, Server tot

Die Abschaffung der Sommerzeit wird in Europa immer wieder diskutiert. Die EU-Kommission befragt die Bürger jetzt online.

Mit einem Online-Fragebogen, der hier zu finden, derzeit wegen Überlastung aber nicht zu erreichen ist, erhebt die EU-Kommission derzeit die Meinung ihrer Bürger zum Thema Zeitumstellung. Der Link ist seit Donnerstagmorgen aktiv und erlaubt es den Einwohnern der EU bis zum 16. August zu erklären, was sie von der jährlichen Zeitumstellung halten. Neben der grundsätzlichen Meinung zur Zeitumstellung wird auch erhoben, ob die Menschen Sommer- oder Winterzeit bevorzugen, wie heise berichtet.

Der Anlass für die Erhebung ist eine Forderung nach Abschaffung der Zeitumstellung, die das EU-Parlament im Februar gestellt hat. Solche Diskussionen gibt es in regelmäßigen Abständen immer wieder, seit die Zeitumstellung 1996 EU-weit durchgeführt wird. Neben dem Parlament fordern diesmal auch einige Mitgliedsstaaten die Abschaffung der Zeitumstellung. Darunter etwa Finnland. Das Interesse scheint tatsächlich groß zu sein, denn die Webseite mit dem Fragebogen ist seit dem frühen Donnerstagnachmittag nicht mehr erreichbar, vermutlich weil der Ansturm der Bürger wohl zu groß war.

Pro und Contra

Das Parlament hat in seinem Antrag bekräftigt, dass auch bei einer Abschaffung der Zeitumstellung eine einheitliche europäische Zeitregel gelten solle. Die Umfrage der Kommission richtet sich neben Privatpersonen auch an Firmen. Neben der Beantwortung der drei gestellten Fragen ist auch das Abgeben von Bemerkungen möglich. Die Antworten sollen allesamt veröffentlicht werden, die Nutzer können sich aussuchen, ob ihre Namen auch veröffentlicht werden. Bindend ist die Abstimmung aber nicht.

Die Kommission liefert auch gleich Argumente für und gegen die Zeitumstellung: Unkoordinierte Zeitumstellungen wären schädlich für den Binnenmarkt. Die oft ins Feld geführten Energiespareffekte seien marginal. Die Zeitumstellung habe positive Effekte durch mehr Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung im Freien. Die Auswirkungen auf den Biorhythmus seien aber womöglich größer als bislang angenommen.