Netzpolitik
18.01.2019

Frankreich setzt künftig auf Cyberangriffe

Französische Verteidigungsministerium stellt neue Doktrin zum Umgang mit Angriffen vor.

Für Cyberangriffe werden oft Russland und China verantwortlich gemacht - nun setzt auch Frankreich auf dieses Mittel: "Der Cyberkrieg hat begonnen, und Frankreich muss zum Kampf bereit sein", sagte Verteidigungsministerin Florence Parly am Freitag bei der Vorstellung einer neuen Doktrin in Paris. "Wenn unsere Kräfte Opfer einer Cyberattacke werden, behalten wir uns das Recht vor zurückzuschlagen", sagte Parly. "Wir sind aber auch bereit, die Cyberwaffe bei Auslands-Operationen zu offensiven Zwecken einzusetzen." Damit könnten konventionelle militärische Mittel unterstützt werden. Frankreich werde die "Normen des internationalen Rechts" strikt einhalten, versicherte sie.

Im Jahr 2017 gab es nach Angaben der Ministerin rund hundert Cyberattacken auf das Verteidigungsministerium. Insgesamt seien rund 700 "Sicherheitsvorfälle" gezählt worden. Im vergangenen Jahr sei die Zahl noch einmal gestiegen. Dafür machte sie "einzelne Hacker" aber auch "Staaten" verantwortlich, ohne Details zu nennen. In Deutschland hatte zu Jahresbeginn der massenhafte Diebstahl von Politikerdaten für Aufsehen gesorgt. Festgenommen wurde ein 20-jähriger Hacker, der nach Angaben der Ermittler aus Ärger über Äußerungen der Betroffenen handelte.