GAZA CITY, PALESTINIAN TERRITORIES

© APA/AFP/MOHAMMED ABED / MOHAMMED ABED

Netzpolitik

Warum Gaza auf Google Maps nur verschwommen zu sehen ist

Google Maps liefert Satellitenbilder von vielen Orten auf der Welt in sehr hoher Auflösung. Wer jedoch versucht, den Gazastreifen von oben zu erkunden, wird auf verschwommene, sehr niedrig aufgelöste Bilder stoßen - ebenso wie im benachbarten Israel. Wie die BBC berichtet, ist das ein Problem für Forscher, die auf offen zugängliches Satellitenbildmaterial angewiesen sind. Die Gründe dafür sind hauptsächlich strategischer Natur.

Regel für US-Satellitenbild-Provider

1997 wurde in den USA das so genannte Kyl-Bingaman Amendment (KBA) beschlossen. Die Regel untersagte es US-Unternehmen, detaillierte Satellitenaufnahmen von Israel oder Palästina zu veröffentlichen. Die niedrige Qualität sollte die Planung von Angriffen auf bestimmte Ziele erschweren. Während Militärgebiete in aller Welt auf Wunsch der betroffenen Staaten von Google verschleiert werden, wurde diese Regel nun quasi auf zwei ganze Länder angewandt.

Besserung in Sicht

2020 wurde das KBA allerdings aufgelöst, weil Satellitenbildanbieter außerhalb der USA sehr wohl detaillierte Aufnahmen von Israel, Gaza und den restlichen Palästinensergebieten lieferten. Bessere Bilder könnten dementsprechend auch auf Google auftauchen, auch wenn das Unternehmen nicht verrät, ob und wann dies soweit sein könnte. Konkurrent Apple hat bereits versprochen, in Kürze bessere Satellitenbilder in Apple Maps verfügbar zu machen.

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