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Netzpolitik
07/13/2019

Japan nimmt sich Facebooks Kryptowährung vor

Die japanische Regierung hofft, in anderen Ländern Verbündete zu finden, um Facebooks Libra genau unter die Lupe zu nehmen.

Facebook ist mit seinen Plänen für eine eigene Kryptowährung ins Visier der japanischen Aufsichtsbehörden geraten. Die Notenbank, das Finanzministerium und die für Bankenregulierung zuständige Behörde haben Tokioter Regierungskreisen zufolge eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit möglichen Auswirkungen auf Geldpolitik, Finanzmärkte und Steuersysteme beschäftigen soll.

Japan hoffe, andere Länder für den Ausbau des eigenen Experten-Gremiums zu einer größeren Gruppe von Steuer- und Finanzkontrolleuren zu gewinnen, sagten Regierungsvertreter.

Bedenken

Facebook hat mit seinen im Juni bekannt gegebenen Plänen für eine eigene Kryptowährung mit dem Namen "Libra" Notenbanken und Politiker weltweit aufgeschreckt. Bedenken gibt es im Zusammenhang mit Finanzmarktstabilität, Geldwäsche, Privatsphäre von Nutzern und allgemeinem Verbraucherschutz.

Am Freitag forderte US-Präsident Donald Trump eine Bankenregulierung für Kryptowährungen. Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G-7) hat bereits eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt. Geleitet wird sie von EZB-Direktor Benoit Coeure. Facebooks Pläne dürften nächste Woche ein wichtiger Diskussionspunkt beim Treffen der G-7-Finanzminister und -Notenbank-Gouverneure in Chantilly nördlich von Paris sein.