Netzpolitik
15.07.2018

Kritik an Elon Musk nach Spende für US-Republikaner

Der Tesla-Gründer war einer der größten Spender für den Wahlkampf der Republikaner. Twitter-Nutzer rufen nun zum Boykott auf.

US-Milliardär Elon Musk hat die Republikanische Partei im vergangenen Jahr mit 138.900 US-Dollar an Spenden unterstützt. Das berichtet ProPublica. Demnach habe Musk zuletzt 38.900 US-Dollar an das PAC (Political Action Committee - politische Lobbygruppen in den USA) „Protect the House“ gespendet, mit dem die Republikaner den bevorstehenden Wahlkampf für die sogenannten Midterm Elections finanzieren. Dabei werden unter anderem alle Sitze im Repräsentantenhaus neu gewählt.

Musk wurde bereits zuletzt dafür kritisiert, dass er mit seinen Spenden eine Partei unterstützte, die seinen öffentlich geäußerten Positionen stark widerspreche. Während Musk fossile Brennstoffe als „das mit Abstand dümmste Experiment der Geschichte“ bezeichnete, befürwortet US-Präsident Trump den Einsatz fossiler Brennstoffe, will die Kohle-Industrie aktiv fördern und hat das Klimaabkommen von Paris aufgekündigt.

Zahlreiche Nutzer auf Twitter fordern nun zu einem Boykott von Tesla sowie zum Verkauf der Aktien des Elektroauto-Herstellers auf. 

Musks Unterstützung der Republikanischen Partei ist keine sonderlich große Überraschung. Der Milliardär spendet bereits seit 2003 regelmäßig an politische Parteien. Dabei unterstützte er Demokraten und Republikaner nahezu im gleichen Ausmaß, unter anderem mit Spenden an die Kampagnen von John Kerry, Barack Obama und Hilary Clinton. Erst seine nun bekannt gewordenen Spenden wenden das Blatt deutlich zugunsten der Republikaner.

Pragamatismus statt Ideologie

Gizmodo argumentiert, Musks Spenden seien eher pragmatisch als auf Ideologie zurückzuführen. All seine Unternehmen seien stark auf die derzeit amtsführende Regierung angewiesen: Sowohl Tesla als auch SolarCitys Produkte locken Käufer mit staatlich finanzierten Steuerbegünstigungen, zudem erhalten Boring Company und SpaceX vorwiegend staatliche Aufträge.

Musk blieb zudem trotz zahlreicher Skandale Trump-Berater und zog sich erst zurück, als der US-Präsident den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen ankündigte - eine Maßnahme, die auch einigen seiner Unternehmen erheblich schadete.