Netzpolitik
25.01.2019

Möglicherweise Zensurprobleme: Bing ist in China wieder online

Generell hält sich Microsoft in China an die Zensurvorgaben. Trotzdem gibt es manchmal "Meinungsverschiedenheiten".

Nach zweitägiger Unterbrechung konnten Internetnutzer in China am Freitag wieder auf die Microsoft-Suchmaschine Bing zugreifen. Es blieb unklar, was zu der Sperrung der Webseite geführt hatte. Microsoft-Präsident Brad Smith sagte dem US-Nachrichtensender Fox auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Davos, es sei nicht das erste Mal und passiere gelegentlich.

In China folge das Unternehmen den Zensurvorgaben, erklärte Smith. „Es gibt Zeiten, da gibt es Meinungsverschiedenheiten. Es gibt Zeiten, wo es schwierige Verhandlungen mit der chinesischen Regierung gibt.“ Das Unternehmen versuche noch herauszufinden, worum es gegangen sei, sagte Smith.

China sperrt grundsätzlich alle Dienste von Google, das sich in China anders als Microsoft nicht an Zensurvorgaben halten will, sowie soziale Netzwerke wie Twitter, YouTube, Facebook oder WhatsApp. Auch sind ausländische Medien wie die „New York Times“ oder chinakritische Webseiten geblockt.

Wer die „große Firewall“ umgehen will, braucht einen VPN-Tunnel (Virtual Private Network). Doch gehen die chinesischen Behörden in den vergangenen Monaten noch stärker als früher gegen solche geschützte Verbindungen vor, indem sie diese massiv stören. Viele VPN-Dienste funktionieren oft nur noch schlecht.