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Überwachung
01/18/2015

Obama wie Cameron gegen Verschlüsselung

Nur wenige Tage nach dem umstrittenen Vorstoß des britischen Premiers David Cameron hat US-Präsident Barack Obama sich ebenfalls gegen Verschlüsselungsmaßnahmen ausgesprochen.

Camerons Pläne, verschlüsselte Kommunikation dem Kampf gegen den Terror zu opfern, haben einen neuen prominenten Fürsprecher bekommen. US-Präsident Obama bekräftigte laut Wall Street Journal, dass die Behörden nicht aus verschlüsselten Smartphones und Messaging-Apps ausgesperrt werden dürfen, wenn es Hinweise auf eine terroristische Bedrohung gebe. Welche Dienste damit gemeint waren, blieb offen. Es ist aber kein Geheimnis, dass Verschlüsselung von beliebten Services wie WhatsApp, iMessage, aber auch von Google verwendet wird.

"Müssen zugreifen können"

"Wenn wir Hinweise auf eine terroristische Verschwörung haben und obwohl wir die Telefonnummer, den Social-Media-Account oder die E-Mail-Adresse kennen, nicht zugreifen können, ist das ein Problem", so Obama. Es müsse technisch lösbar sein, dass man die eigene Privatsphäre schützen könne, die Behörden im Verdachtsfall aber Zugriff hätten, so Obama. Unterstützung erwartet sich der Präsident auch von den angesprochenen Unternehmen im Silicon Valley: "Sie sind Patrioten."

Mehrere Sicherheits- und Datenschutzexperten sehen die Anti-Verschlüsselungspläne Großbritanniens und den USA skeptisch. Der Vorstoß ist auch einem US-Regierungsdokument konträr, das Verschlüsselung als bester Schutz für persönliche Daten erachtet, ein Thema, das sich Obama ebenfalls auf die Fahnen geheftet hat.