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Netzpolitik
11/21/2019

Spanische Regierung will Handys von Millionen Bürgern tracken

Für die Volkszählung soll auf die Handy-Daten der Spanier zugegriffen werden. Das Vorgehen stößt auf Kritik.

In Spanien werden die Standorte von Millionen Handys nachverfolgt. Ziel des am Montag begonnen Projekts ist es nach Angaben der Statistikbehörde INE, Daten über die Alltagsmobilität der spanischen Bevölkerung zu gewinnen. An insgesamt acht Tagen erhält INE demnach zu unterschiedlichen Uhrzeiten Zugriff auf die Standorte der Mobiltelefone.

Anonyme Zählung

Es handle sich dabei um eine anonyme Zählung. Die Daten sollen für die Volkszählung im Jahr 2021 verwendet werden. Nach diesem Montag sollen die Standorte an vier weiteren Tagen im November und am Weihnachtstag nachverfolgt werden. Zudem sind zwei weitere Tage im Juli und August geplant.

Die Initiative beruht auf einer Kooperation mit den drei größten nationalen Telefonanbietern Movistar, Orange und Vodafone, die zusammen 78,7 Prozent des spanischen Mobilfunkmarkts abdecken. Für das Vorhaben hat INE den Telefonanbietern fast 500.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Daten würden nicht weitergegeben

Zugleich bemühte sich die Behörde, Bedenken von Datenschützern zu zerstreuen. "INE wird zu keinem Zeitpunkt über individuelle Informationen irgendeiner Art verfügen", erklärte die Behörde. Weder Telefonnummern noch Namen würden weitergegeben. Trotzdem erklärten viele spanische Medien in den vergangenen Tagen, wie Nutzer die Überwachung ihrer Telefone verhindern können.