US-Mexican bordan in San Diego

© EPA / ETIENNE LAURENT

Netzpolitik
02/08/2020

US-Behörde kaufte Handy-Ortsdaten, um Immigranten zu verfolgen

Frei am Markt erhältliche Daten führten die Einwanderungsbehörde u.a. zu einem illegalen Tunnel zwischen Mexiko und den USA.

Seit 2017 verwendet die US-Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) Ortsdaten von Smartphones, um die Bewegung von Einwanderern nachzuvollziehen. Das hat das Wall Street Journal aufgedeckt. Die Daten wurden offenbar von der Firma Venntel gekauft, die ihrerseits Daten von mehreren Marketing-Firmen sammelt. Die Daten sind anonymisiert, lieferten dem ICE aber dennoch Hinweise auf illegale Grenzübertritte.

Tunnel in KFC-Filiale

Unter anderem konnte die Behörde durch die Ortsdaten einen Tunnel entdecken, der von Mexiko bis in die USA gegraben worden war. Der Tunneleinstieg auf US-Seite befand sich in einer geschlossenen Filiale der Fast-Food-Kette KFC. Dessen Besitzer wird nun der Mittäterschaft bezichtigt. Der Bericht des Wall Street Journal wurde von Homeland Security bestätigt. Dabei wurde die anonyme Natur der Daten betont.

Datenschützer besorgt

Illegal scheint die Datensammlung des ICE nicht zu sein, da es sich bei den Daten um ein am Markt frei verfügbares Gut handelt. Datenschützer sind alarmiert: "Das ist eine klassische Situation, wo kommerzielle Überwachung aus dem Privatsektor von der Regierung ausgenutzt wird", zitiert Engadget Alan Butler vom Electronic Privacy Information Center.