Am Foto: Franz Ablinger (monochrom), Günther Friesinger (Festivalleitung paraflows) und Werner Müller (Geschäftsführer des Vereins für Antipiraterie) mit dem WOLO 2014

© Karola Riegler

Auszeichnung
09/26/2014

Verein für Antipiraterie holt "Scheiß Internet"-Preis ab

Der Geschäftsführer des Vereins für Antipiraterie (VAP), Werner Müller, hat am Mittwoch den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis in Empfang genommen.

von Barbara Wimmer

„Ich nehme zur Kenntnis, dass ich den Preis gewonnen habe und es passiert nicht jeden Tag, dass man den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aussticht“, sagte Müller auf futurezone-Anfrage nach der der erfolgten Übergabe im monochrom-Büro im Wiener Museumsquartier. Der VAP hat den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis (WOLO) , der auch „Scheiß Internet"-Preis genannt wird, am Mittwoch offiziell überreicht bekommen.

Die Jury hat geurteilt: „Der VAP verdient den WOLO14 schon aufgrund sprachlicher Leistungen, etwa wenn er Netzsperren versucht als "einen weiteren wichtigen Schritt zu einem erwachsenen und sauberen Web" umzudeuten.“ Müller erklärte gegenüber der futurezone, dass er zu dem Satz stehe, ihn heute aber wohl anders formulieren würde: „Wir brauchen ein reguliertes und verantwortungsbewusstes Internet“, sagt Müller. Die andere Formulierung sei „altbacken“, aber er stehe dazu.

Der Preis wird vergeben, weil sich ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Jahr 2008 dazu hinreißen ließ, sich über die heutige Jugend zu beklagen, die sich immer häufiger in das "Scheiß Internet" verkriechen würden, anstatt fernzusehen. Mit dem Preis würdigt das Wiener Künstlerkollektiv monochrom "unqualifizierte Statements gegen das Informationszeitalter".

Der VAP bekam den Preis außerdem, weil der VAP "maßgeblicher Treiber hinter Musterprozessen, an deren Ende die Umsetzung einer Zensurinfrastruktur zu erwarten ist, die willkürlich und außerhalb jeglicher Transparenz angewandt werden" sei. Bezüglich der Netzsperren in Österreich (die Klagen waren zuletzt bei vier großen Providern eingetroffen) erklärte Müller: "Derzeit beschäftigt sich das Gericht damit. Der Dialog mit den Providern wurde eingestellt."

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